02.03.2020 16:39

Grand Hotel Bad Ragaz

«Das Coronavirus im Hotel hat sie mir verheimlicht»

Eine Leser-Reporterin regt sich über die Informationspolitik des Grand Resort Bad Ragaz auf. Eine Angestellte habe ihr verheimlicht, dass sich Personal in Quarantäne befinde.

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Am Sonntagnachmittag wollte eine 67-Jährige mit ihrem Ehemann im Grand Resort Bad Ragaz für ein paar Tage einchecken.

Am Sonntagnachmittag wollte eine 67-Jährige mit ihrem Ehemann im Grand Resort Bad Ragaz für ein paar Tage einchecken.

Grand Resort Bad Ragaz
Da das Zimmer noch nicht bereit gewesen sei, habe das Paar bei der Rezeption nach dem Grund der Verspätung gefragt. Die Angestellte habe dies mit Personalmangel aufgrund von Krankheit begründet.

Da das Zimmer noch nicht bereit gewesen sei, habe das Paar bei der Rezeption nach dem Grund der Verspätung gefragt. Die Angestellte habe dies mit Personalmangel aufgrund von Krankheit begründet.

Grand Resort Bad Ragaz
Die Frage, ob dies in Verbindung zum Coronavirus stehe, soll die Rezeptionistin erst ignoriert und dann verneint haben.

Die Frage, ob dies in Verbindung zum Coronavirus stehe, soll die Rezeptionistin erst ignoriert und dann verneint haben.

Grand Resort Bad Ragaz

«Diese Informationspolitik ist unverschämt, nur immer das Nötigste zum spätest möglichen Zeitpunkt mitzuteilen», so eine empörte Leser-Reporterin. Am Sonntagnachmittag wollte die 67-Jährige mit ihrem Ehemann im Hotel Grand Resort Bad Ragaz für ein paar Tage einchecken.

Da das Zimmer noch nicht bereit gewesen sei, habe das Paar bei der Rezeption nach dem Grund der Verspätung gefragt. Die Angestellte habe dies mit Personalmangel aufgrund von Krankheit begründet. Die Frage, ob dies in Verbindung zum Coronavirus stehe, soll die Rezeptionistin erst ignoriert haben. «Sie war unhöflich und nervös, man hat gesehen, dass etwas nicht stimmte», so die Leser-Reporterin. Als die 67-Jährige erneut fragte, ob es ein Coronavirus-Problem geben würde, habe die Rezeptionistin verneint.

Das Paar habe deshalb verlangt, den Geschäftsführer zu sprechen und die Wartezeit mit der 20-Minuten-App überbrückt. Erst da haben sie erfahren, dass das Grand Resort fünf Mitarbeitende vorsichtshalber für mindestens zwei Wochen beurlaubt hat. Sie hatten engen Kontakt mit einem ehemaligen Gast, der später im Kanton Zürich positiv auf das Covid-19-Virus getestet wurde.

«Fahrlässiges Verhalten»

«Ich war entsetzt», so die Leser-Reporterin. Auch vor der Anreise und im Hotel selber sei sie diesbezüglich nicht informiert worden. «Die Rezeptionistin hat mir direkt ins Gesicht gelogen. Man hat mir die Sache bewusst verheimlicht.» Sie finde dieses Verhalten fahrlässig. Bei früheren Besuchen im Hotel sei sie immer zufrieden gewesen. Doch ein solcher Umgang sei für sie inakzeptabel. Sie hätten dann ziemlich schnell das Hotel verlassen und seien nach Hause gefahren. Das Hotel habe sie danach kontaktiert und habe gesagt, das überall im Hotel Informationen zum Coronavirus aufliegen würden. Davon habe sie aber nichts bemerkt.

Zwei Mitarbeiter in Quarantäne

Patrick Vogler, Geschäftsführer des Grand Resort Bad Ragaz, nimmt Stellung. «Unsere Rezeptionistin hat sich korrekt verhalten und eine korrekte Aussage getroffen», sagt er. Der Personalmangel stehe in keinem Zusammenhang mit dem Coronavirus.

«Auf Geheiss der Kantonsärztin befinden sich momentan zwei Mitarbeiter zuhause in Quarantäne. Aber es geht ihnen gut», so Vogler. Drei weitere Angestellten wurden seitens Hotel präventiv für mindestens zwei Wochen beurlaubt. Die Angestellten seien aufgrund fehlender Symptome nicht auf das Coronavirus getestet worden.

«Unser Personal wurde bereits vor dem ersten bestätigten Corona-Fall in der Schweiz geschult», so Vogler. Die Angestellten und Gäste des Grand Resort Bad Ragaz informiere man laufend über die Entwicklungen und Handlungsmassnahmen. Weitere Massnahmen seien für das Hotel in Rücksprache mit den Behörden des Kantons St. Gallen nicht notwendig.

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