Politik ist wieder cool - Das Coronavirus politisiert die jungen Erwachsenen in der Schweiz
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Politik ist wieder coolDas Coronavirus politisiert die jungen Erwachsenen in der Schweiz

Die Schweizer Jungparteien wachsen gerade überdurchschnittlich stark. Auch weil die Corona-Pandemie die jungen Erwachsenen für Politik sensibilisiert. Ob dieser Effekt auch nach Corona anhalten wird, ist allerdings unklar.

von
Marcel Urech
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Junge Erwachsene in der Schweiz interessieren sich dank des Coronavirus’ wieder stärker für Politik. Das Bild zeigt Jugendliche in der Steinberggasse in Winterthur.

Junge Erwachsene in der Schweiz interessieren sich dank des Coronavirus’ wieder stärker für Politik. Das Bild zeigt Jugendliche in der Steinberggasse in Winterthur.

20min

Darum gehts

  • Die Corona-Pandemie hat junge Erwachsene politisiert.

  • Die Schweizer Jungparteien wachsen darum überdurchschnittlich stark.

  • Wie nachhaltig dieser Trend sein wird, ist allerdings noch unklar.

Laut eines Berichts des «Tages-Anzeigers» wachsen die Schweizer Jungparteien gerade überdurchschnittlich stark. Obwohl diverse Umfragen zeigten, dass das Mitwirken in Parteien bei den 16- bis 25-Jährigen immer unbeliebter wird. Parteien seien out, hiess es auch im Jugendbarometer 2020 der Credit Suisse. Die Corona-Pandemie rüttelt nun an dieser Vorstellung.

Das Virus politisiert die Jugend

Im Artikel kommen mehrere junge Erwachsene zu Wort: Die 21-jährige Jérômie Repond, die sich über den Lockdown nervt und nun Mitglied der Jungen SVP ist; die 17-jährige Giulia Wyss, die bei der Corona-Diskussion die Lösungsorientiertheit vermisst und deswegen der Jungen Mitte beitritt; die 22-jährige Mira Meyer, die wegen der Pandemie eine wachsende Ungleichheit konstatiert und deswegen Juso-Mitglied wird.

Laut dem Forschungsinstitut GFS Bern sank der Anteil der Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die sich weniger als einmal in der Woche über das politische Geschehen informieren. 2019 lag er noch bei 31 Prozent, 2020 nur noch bei 26 Prozent. «Die Jungen haben das Smartphone verinnerlicht. Wie man sich auf Instagram zeigt, so geht man auf die Strasse und sagt seine Meinung», zitiert der «Tages-Anzeiger» Lukas Golder, Co-Leiter des GFS. Wie nachhaltig das neue Interesse der Jugendlichen an der Politik ist, sei aber noch unklar.

Hält das Interesse nach Corona an?

Viele junge Erwachsene seien heute rebellisch, unangepasst und vehement, sagt Golder. Und viele hätten wohl gemerkt, dass spontanes Engagement nicht sehr nachhaltig sei, um das Potenzial der direkten Demokratie auszuschöpfen. Ein Beispiel dafür ist die Bewegung «Mass-voll», der auf Instagram 3000 meist junge Menschen folgen. Zum Vergleich: Die junge Mitte hat bloss 1082 Follower. Ob Bewegungen wie «Mass-voll» aber auch eine Zukunft nach Corona haben, sei äusserst fragwürdig, so Golder.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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