Aktualisiert 23.10.2013 14:57

Cincinnati , OhioDas Drama um den Spongebob-Grabstein

Die Geschichte mutet absurd an, für eine Familie aus Idaho aber ist es ein Albtraum, der nicht aufhört: Eine ermordete Soldatin kriegt den Grabstein nicht, den sie gewollt hätte.

von
gux
SpongeBob in Uniform sollte über dem Grab der verstorbenen Kimberly Walker wachen. Doch entgegen erster Zusagen schritt jetzt die Friedhofverwaltung ein.

SpongeBob in Uniform sollte über dem Grab der verstorbenen Kimberly Walker wachen. Doch entgegen erster Zusagen schritt jetzt die Friedhofverwaltung ein.

Kimberly Walker (28) diente 2006 und 2010 bei einer Versorgungstruppe im Irak. Die 28-Jährige kam unversehrt aus dem Kampfgebiet zurück – doch dann nahm das Drama seinen Lauf: Am Valentinstag dieses Jahres wurde sie tot in einem Hotelzimmer in Colorado Springs aufgefunden. Sie war zu Tode gewürgt und geschlagen worden. Ihr Freund, ein in der Nähe stationierter Unteroffizier, wurde der Tat verdächtigt und angeklagt.

Zurück blieb die trauernde Familie Walker. Sie wollte der Tochter einen letzten Abschiedsgruss zukommen lassen – in Form eines Spongebob-Grabsteins in Uniform. Denn Kimberly war ein absoluter Fan der Comicfigur und der TV-Serie.

Er passt nicht zum Erscheinungsbild

Die Familie sprach sich mit der Friedhofsverwaltung ab, die grünes Licht gab. Am 10. Oktober wurde der gut zwei Meter grosse Grabstein auf dem Spring Grove Cemetery in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio aufgestellt, inklusive der Gravur «Kimberly Walker, Corporal». Daneben hatte Kimberlys Zwillingsschwester den gleichen Stein setzen lassen.

Doch es verging nur ein Tag, bevor sich der Chef des Friedhofs meldete. Die beiden ulkigen Grabsteine müssten weichen, sie passten nicht zum Erscheinungsbild der altehrwürdigen Ruhestätte. «Ich finde es schrecklich, dass es so weit kommen musste. Aber ich hoffe, wir sehen Licht am Ende des Tunnels und finden eine Lösung», so Gray Freytag. Er zeigte bereit, der Familie die Spongebob-Grabsteine zu erstatten und auf Kosten der Friedhofsverwaltung neue zu bezahlen. «Dass die Familie die Zustimmung für diese Grabsteine erhielt, war eine krasse Fehlbeurteilung unsererseits», so Freytag.

26'000 Dollar

Die Walkers sind wütend und frustriert: «Meine Schwester hat diesem Land gedient, und normalerweise versucht man, den letzten Willen eines Veteranen zu erfüllen», so Kara Walker, die bei der US-Navy in Italien stationiert ist. Sie will nicht nachgeben, egal, ob die 26'000 Dollar-Grabsteine ersetzt würden oder nicht.

Der Friedhof habe mit seiner Entscheidung genug Schmerz über die Familie gebracht. «Wir wollen, wofür wir bezahlt haben. Und vor allem, was meine Schwester gewollt hätte.»

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