Bis zu 5 Jahre Haft - Das droht Covid-Zertifikat-Fälschern
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Bis zu 5 Jahre HaftDas droht Covid-Zertifikat-Fälschern

Auf Telegram oder im Darknet locken Kriminelle mit gefälschten Covid-Zertifikaten oder Impfpässen. Personen die eine solche Urkunde fälschen oder benutzen drohen hohe Strafen.

von
Daniel Krähenbühl
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Vereinfacht das Reisen: Das Schweizer Covid-Zertifikat. Dieses erbringt den Nachweis über den Impf-, Test- oder Genesenenstatus. 

Vereinfacht das Reisen: Das Schweizer Covid-Zertifikat. Dieses erbringt den Nachweis über den Impf-, Test- oder Genesenenstatus.

20min/Michael Scherrer
Wer sich nicht impfen oder testen lassen will, kommt auf illegalem Weg an eine Fälschung: Auf Telegram oder im Darknet werben Kriminelle mit angeblich echten Covid-Zertifikaten. 

Wer sich nicht impfen oder testen lassen will, kommt auf illegalem Weg an eine Fälschung: Auf Telegram oder im Darknet werben Kriminelle mit angeblich echten Covid-Zertifikaten.

20min/Taddeo Cerletti
Auch Corona-Impfpässe werden gefälscht: Wie einfach es ist, einen online zu kaufen, zeigte ein Selbsttest von 20 Minuten: 250 Franken verlangte der Verkäufer, visiert war der Pass offiziell von Basel-Stadt.

Auch Corona-Impfpässe werden gefälscht: Wie einfach es ist, einen online zu kaufen, zeigte ein Selbsttest von 20 Minuten: 250 Franken verlangte der Verkäufer, visiert war der Pass offiziell von Basel-Stadt.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Auf dem Schwarzmarkt werden Corona-Zertifikate und Impfpässe angeboten.

  • Mit welchen Strafen Fälscher und Benutzerinnen von solchen Dokumenten rechnen müssen, sagt Rechtsanwalt Fabian Teichmann.

  • Das Schweizer Covid-Zertifikat mit dem QR-Code sei technisch unfälschbar, heisst es beim Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT)

Wer sich impfen liess, in den letzten 180 Tagen an Corona genesen ist oder negativ getestet wurde, erhält in der Schweiz ein Corona-Zertifikat. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist dieses fälschungssicher. Weil manche Länder für die Einreise ein Covid-Zertifikat verlangen, ist die Nachfrage gross. Nicht jeder ist aber bereit, für die PCR-Tests in die Tasche zu greifen. Gleichzeitig sinkt in der Schweiz die Nachfrage nach Impfterminen. Wer sich nicht impfen oder testen lassen will oder kann und trotzdem ein Zertifikat möchte, kommt auf illegalem Weg an eine Fälschung: So locken Kriminelle etwa auf Telegram oder im Darknet mit angeblich echten Covid-Zertifikaten. Die «NZZ am Sonntag» berichtete ebenfalls von einem «blühenden Handel mit gefälschten Dokumenten». Und im Darknet gekaufte EU-Impfzertifikate sind auch in der Schweiz gültig und nicht als Fälschung erkennbar, wie «Watson» schreibt.

Auch Corona-Impfpässe werden gefälscht: Wie einfach es ist, einen online zu kaufen, zeigte ein Selbsttest von 20 Minuten: 250 Franken verlangte der Verkäufer, visiert war der Pass offiziell von Basel-Stadt. Das Gesundheitsdepartment reagierte umgehend und erstattete Anzeige bei der Basler Staatsanwaltschaft.

Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe

Doch was droht Personen, die ein gefälschtes Corona-Zertifikat oder einen gefälschten Corona-Impfpass kaufen und benutzen? Wie Fabian Teichmann, Rechtsanwalt bei Teichmann International (Schweiz) AG, sagt, komme hier Artikel 251 des Schweizer Strafgesetzbuches zum Zug: «Urkundenfälschung ist mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe zu bestrafen, wenn man die Absicht habe, jemand an Vermögen oder an anderen Rechten zu schädigen oder sich selbst oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen.» Das gelte sowohl für die Hersteller von Fälschungen als auch für jene, die solche Fakes verwenden.

Ob das Covid-Zertifikat solche Vorteile verschafft, sei noch nicht höchstrichterlich entschieden worden. «Eine unrechtmässige Vorteilsverschaffung wurde beispielsweise bei Kostenersparnis, bei einem Zeitgewinn oder im Ziel der Erleichterung des beruflichen Fortkommens bejaht», so Teichelmann. «Entsprechend ist davon auszugehen, dass mit dem Covid-Zertifikat ein unrechtmässiger Vorteil verschafft werden kann, was jedoch im Einzelfall zu prüfen wäre.» Somit würde bei der Fälschung solcher Zertifikate oder Impfpässe eine Bestrafung wegen Urkundenfälschung drohen. Strafbar mache man sich auch, wenn das gefälschte Covid-Zertifikat erstellt aber nie benutzt wird, so Teichmann: «Es reicht, wenn der Täter oder die Täterin in Absicht handelt.»

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