Aktualisiert 13.06.2018 11:56

Bussen angedroht

Das droht exzessiven Hupern an der WM

Die Zuger Polizei mahnt zur Vernunft an der Fussball-WM: So darf zum Beispiel nicht über eine längere Zeit gehupt werden. Wer sich nicht daran hält, für den «kann es teuer werden».

Feiernde und hupende Fans in Zürich. In Zug hat die Polizei kurz vor der WM in Russland Hup-Regeln aufgestellt. (Video: mme)

Die Zuger Polizei appelliert an Fussball-Fans, damit die WM «ein Fest und kein Ärgernis» wird: «Die Autohupe ist eine Warnvorrichtung und darf grundsätzlich nicht zum Ausdruck von Freude verwendet werden», teilte die Zuger Polizei mit. Besonders in der Nähe von Spitälern, Altersheimen und Wohnquartieren sei das Hupen und ganz besonders Hupkonzerte zu unterlassen.

Weiter teilt die Polizei mit: «Nicht erlaubt sind auch das unnötige Herumfahren, das Aufheulen des Motors, das Aufdrehen von Radio und anderen Tonwiedergabegeräten oder generell Nachtruhestörungen.»

Auch anderes ist verboten: «Wer sich aus einem Fahrzeug lehnt oder Gegenstände hinaushält oder -wirft, muss mit einer Verzeigung rechnen. Auch dürfen keine Fahnen aus einem fahrenden Auto geschwenkt oder Gegenstände auf dem Dach platziert werden. Personen gehören ins Fahrzeuginnere und nicht auf das Dach oder die Motorhaube. Dies gilt auch, wenn nur Schritttempo gefahren wird.»

Kein Alkohol

Auch in Sachen Alkohol mahnt die Zuger Polizei: «Wie sonst auch, ist es selbstverständlich verboten, sich unter Alkohol-

oder Drogeneinfluss hinter das Steuer zu setzen. Auch bei spontanen Freudenkundgebungen darf nur die für das jeweilige Fahrzeug zugelassene Anzahl Personen im Fahrzeug mitfahren.»

Die Zuger Polizei sei während Feiern an der WM «im Kleinen tolerant und im Grossen konsequent». Die Einsatzkräfte würden einschreiten, sollte Situationen überborden und gefährlich werden. «Strikte Nulltoleranz gilt, wenn es um die Sicherheit geht», hält sie weiter fest.

40 Franken Busse für Fehlhuper

Fehlbare Huper können mit einer Ordnungsbusse von 40 Franken belegt werden. Wer sich aus einem Auto lehnt, muss laut Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Polizei, mit einer Verzeigung und damit einer deutlich höheren Busse rechnen.

Und was passiert nun, sollte die Schweiz am Sonntag gegen Brasilien gewinnen? Will und kann die Zuger Polizei dann tatsächlich hupende Autocorsos in der Innenstadt verhindern und dutzende Bussen verteilen? Wohl eher nicht, wie Frank Kleiner sagt: «Über einen Sieg der Schweizer Nationalmannschaft würden wir uns natürlich auch freuen. Es geht uns auch nicht darum, Feierlichkeiten im Keim zu ersticken. Die Fans sollen sich über Siege ihrer Teams freuen. Wir werden mit Fingerspitzengefühl und verhältnismässig agieren.»

Kurzes Hupkonzert in der City wird toleriert

Konkret bedeute dies, dass beispielsweise nach einem Sieg der Nati am Sonntag gegen Brasilien ein Hupkonzert toleriert würde, wenn dies in der Innenstadt über kurze Zeit stattfindet. «Sicher nicht tolerieren würden wir es, wenn dies die ganze Nacht lang der Fall wäre.»

Auch bei der Luzerner Polizei ist man auf die WM vorbereitet. «Wir sind keine Gegner der Freudenkundgebungen, sind jedoch für Sicherheit und Ordnung zuständig. Wenn Feierlichkeiten aber überborden sollten, greifen wir ein», sagt Mediensprecher Kurt Graf. Die Autohupe sei ein Warnsignal, Hupkonzerte seien nicht erlaubt. Auch Fahnen dürften nicht aus fahrenden Autos geschwenkt werden. «Dies kann für andere Verkehrsteilnehmer insbesondere Velofahrer und Fussgänger gefährlich werden», sagt Graf.

In Luzern wurde schon die Seebrücke gesperrt wegen Rundtouren

Sollte es zu Rundtouren in der Stadt kommen, so werde die Polizei einschreiten. «Wir können die Seebrücke im Notfall sperren, was auch schon vorgekommen ist», so der Mediensprecher. Die Luzerner Polizei wird präsent sein, ein grösseres Aufgebot sei jedoch nicht vorgesehen.

(20 Minuten)

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