09.01.2016 18:18

Aerni vs. YuleDas Duell der 22-jährigen Slalom-Talente

Sowohl Luca Aerni wie auch Daniel Yule haben in dieser Saison ihre Slalom-Bestleistungen erbracht. Wer hat am Chuenisbärgli die Nase vorn?

von
Adrian Hunziker

Beide sind junge 22, beide sind starke Slalomfahrer, beide haben in der aktuellen Saison ihre Bestleistungen im Weltcup erbracht: Da ist auf der einen Seite der Berner Luca Aerni, auf der anderen der Walliser Daniel Yule. Aerni überzeugte mit seinem fünften Rang in Madonna di Campiglio Ende Dezember, Yule legte am 6. Januar in Santa Caterina mit dem sechsten Platz nach. Wer überzeugt am Sonntag am Chuenisbärgli?

Yule war im vergangenen Jahr gut in Form, schied in Adelboden aber bereits im ersten Lauf aus. Nun reiste er direkt von seinem Bestresultat aus Italien ins Berner Oberland. Nun ja, nicht ganz direkt. Eine Nacht verbrachte er zuhause, in seinem eigenen Bett. Das hat ihm geholfen, ein wenig abzuschalten. Und seine Familie wird am Chuenisbärgli im Ziel mit ihm mitfiebern. «Das hat in Santa Caterina bereits gut geklappt», sagt Yule verschmitzt.

Viel Selbstvertrauen gesammelt

Ist er denn abergläubisch? «Nicht wirklich, sie waren auch in Val d'Isère dabei, dort hat's ja nicht funktioniert.» Dort wurde der Walliser immerhin Neunter. Das Selbstvertrauen stimmt also. Das tut es auch bei Aerni. Er war in der letztjährigen Adelboden-Ausgabe als 19. bester Schweizer im Slalom.

Aerni hat aktuell sein Vorstossen in die Weltelite beim Weltcup in Madonna di Campiglio im Gepäck. Er, aber auch Yule, verspüren vor dem Chuenisbärgli nicht mehr Respekt als nötig, sie wissen, was auf sie zukommt. Sie haben ja bereits etwas Weltcup-Erfahrung. Auch wenn es nicht dermassen viel ist - beide befinden sich erst in ihrer zweiten Weltcup-Saison, haben die jungen Fahrer viel Selbstvertrauen gesammelt - die jüngsten Resultate beweisen das eindrücklich.

Berthods heroische Fahrt

Die Zeit für einen Schweizer Sieg ist reif. Denn es ist bereits neun Jahre her, dass letztmals ein Schweizer beim Heim-Slalom in Adelboden triumphierte. 2007 durfte Überraschungssieger Marc Berthod jubeln. Der Bündner war mit einer rasanten Fahrt vom 27. auf den ersten Rang vorgeprescht. Zudem war er bei Sonnenschein gefahren, die Favoriten wurden von den sich stetig verschlechternden Wetterbedingungen abgebremst.

Die Wettervorhersage für Sonntag ist ebenfalls mehr als unbeständig. Ob das den Schweizern zum Vorteil gereicht, wird sich zeigen. Zuerst müssen die Fahrer, die Fans und die Verantwortlichen darauf hoffen, dass das Rennen überhaupt stattfinden kann und nicht abgesagt werden muss, wie der Riesenslalom am Samstag.

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