29.03.2016 05:32

Schweiz – Bosnien-Herzegowina

Das Duell der Irland-Geschädigten

Ein harter Brocken, gespickt mit viel Offensivpower: Die Nati ist am Dienstag gegen Bosnien-Herzegowina gefordert.

von
A. Stäuble/E. Tedesco

Was haben die Schweiz und Bosnien-Herzegowina gemeinsam? Sie leiden am Irland-Blues. Im Vergleich zur Nati, die zweieinhalb Monate vor dem EM-Start einen Denkzettel verpasst kriegte und diesen am Dienstag vergessen machen will, dauert die Leidenszeit der Bosnier schon seit letztem November an und wird noch bis nach der Endrunde in Frankreich anhalten. Die «Boys in Green» vermiesten Bosnien-Herzegowina im November in der Barrage (1:1, 2:0) die erste EM-Teilnahme der Verbandsgeschichte.

Auf die Nati wartet im Letzigrund eine schwierige Aufgabe. Nach den No Names Irlands warten bekannte Stars wie Edin Dzeko, Miralem Pjanic (beide Roma) oder Vedad Ibisevic (Hertha). Mit an Bord ist auch ein namhafter Akteur mit Schweizer Background: Senad Lulic, der in Bellinzona, bei YB und Lazio Rom (seit 2011) unter Petkovic spielte.

Hajrovic ist nicht dabei

Der Bündner, der auch eine Vergangenheit bei GC hat, freut sich auf das Spiel in seiner alten Heimat. «Es ist schön, einmal gegen die Schweiz spielen zu dürfen. Das gab es bislang noch nie und ist etwas Spezielles, auf das ich mich freue.» Der Lazio-Söldner freut sich auch auf ein Wiedersehen mit Haris Seferovic, den er noch aus GC-tagen kennt. «Allerdings war Haris damals noch sehr jung», sagt Lulic. An der Presskonferenz hielt sich die Aufregung beim bosnischen Internationalen vor dem Auftritt in Zürich in Grenzen. Lulic: «Mal schauen, wie es am Spieltag sein wird.»

Einen Namen sucht man auf der Kaderliste der Bosnier vergebens: Izet Hajrovic. Die Karriere des ehemaligen GC-Flügels (bis Januar 2014) und Schweizer Nachwuchs-Internationalen ist ins Stocken geraten, auf Club- sowie Nationalmannschaftsebene. Nach dem halbjährigen Missverständnis bei Galatasaray, das im Streit und in Bremen endete, schickte ihn Werder (Vertrag bis 2018) im Sommer 2015 für ein Jahr auf Leihbasis ins Baskenland. Doch bei SD Eibar, aktuell Neunter der Primera División, kommt der 24-Jährige nur selten zum Spielen. Vier Einsätze in der Liga und zwei in der Copa del Rey stehen bislang zu Buche.

Vom Leistungsträger zum Kurzarbeiter

So ist Hajrovic derzeit keine Option für Mehmed Bazdarevic, der im Übrigen auch einen Bezug zur Schweiz hat. In der Saison 1998/99 spielte der Nationaltrainer von Bosnien-Herzegowina für Etoile Carouge. Dabei hatte das Abenteuer Nationalmannschaft für Hajrovic vielversprechend begonnen, als sich der Flügel im Herbst 2013 für Bosnien-Herzegowina entschieden hatte: Er war auf Anhieb Leistungsträger, auch an der WM 2014 in Brasilien.

Vor einem Jahr dann der Cut. Ende März 2015 spielte er letztmals von Beginn weg, seither kam er nur noch zu drei Kurzeinsätzen. Und so ist Hajrovic, in der Schweiz geboren und in Brugg aufgewachsen, keiner der Stars, die am Dienstagabend im Letzigrund gastieren. Ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte.

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