«Tatort»: Das Duell der Revolver-Heldinnen
Aktualisiert

«Tatort»Das Duell der Revolver-Heldinnen

Da nützen auch die hübschesten Locken nichts: Im Rennen um das «Tatort»-Gesicht zog «CSI»-Star Sofia Milos beim SF den Kürzeren: Ihren Part übernimmt im nächsten Film die solide Zürcherin Delia Mayer.

von
Monika Rufener
Delia Mayer (l.) vs. Sofia Milos.

Delia Mayer (l.) vs. Sofia Milos.

Diese punktet mit brillantem Lebenslauf. Polizisten-Rollen beherrscht sie aus dem Effeff. Nur den Revolver lässt sie fallen. Wer ist die Bessere? 20 Minuten macht den Vergleich.

Delia Mayer: Die Wiederholungstäterin

Eckdaten: Geboren in Hongkong, 43 Jahre alt, wohnhaft in Zürich.

Familie: Delias Vater Vali Mayer ist Jazzbassist und ihr Bruder Serge «Jojo» Mayer gilt als einer der besten Drummer der Welt.

Leben vor dem «Tatort»: Mayer wuchs in Zürich auf, studierte in Wien Tanz, Pop-, Musicalgesang und Schauspiel, später folgte ein Studium für klassischen Gesang am Konservatorium Zürich. Zudem genoss sie Schauspielunterricht in New York.

Hobbys: Mayer ist eine begnadete Musikerin. Ihr Debüt-Album erschien 2006.

Karriere: Wirkte in verschiedenen Theater- und Musicalproduktionen mit. Sie war bereits 1998 als Schweizer «Tatort»-Kommissarin im Einsatz und danach in der RTL-Serie «Die Cleveren» in der Rolle der Polizistin Isabel Becker zu sehen.

«Tatort»-Pro: Verfügt über Krimi-Erfahrung.

«Tatort»-Contra: Mayer verlor beim Dreh von «Die Cleveren» beim Spurt regelmässig ihren Revolver.

Sofia Milos: Die Fehlbesetzung

Eckdaten: Geboren in Zürich, 41 Jahre alt, wohnhaft in Los Angeles.

Familie: Ihr Vater ist Italiener, ihre Mutter Griechin, sie hat einen Bruder namens Pino. Sie besucht ihre Familie in Rom, so oft sie kann.

Leben vor dem «Tatort»: Milos lebte bis zu ihrem 15. Lebensjahr in Zürich, zog dann nach Rom. Dort gewann sie einen Schönheitswettbewerb und begann zu modeln. Nach dem BWL-Studium zog sie mit 21 nach Los Angeles und nahm dort Schauspielunterricht.

Hobbys: Mag es, sich mit spirituellen Themen auseinanderzusetzen. Sie ist Scientologin.

Karriere: 1992 hatte Sofia ihr Filmdebüt im Independent-Film «Out of Control», es folgten verschiedene Gastrollen in US-Fernsehserien. Der Höhepunkt ihrer Karriere ist ihre Rolle als Yelina Salas in der CBS-Erfolgsserie «CSI: Miami».

«Tatort»-Pro: Bringt dem Krimi das gewisse Hollywood-Flair.

«Tatort»-Contra: Der Regisseur Markus Imboden bezeichnete die Schauspielerin als «Fehlbesetzung».

«Tatort» ist doch zu sexy

Noch am Dienstag hatte SRF-Kulturchefin Nathalie Wappler gegenüber 20 Minuten mit einem einsilbigen Nein dementiert, dass der Grund für den Rückzug des «Tatort» die Sexszenen seien. Gestern tönte es aus dem Leutschenbach auf einmal ganz anders: «Eine Liebesszene wird überarbeitet», heisst es in einer Medienmit­teilung. Daneben werde auch «ein Handgemenge, in dessen Folge der ‹Tatort›-Kommissar in Kuhglocken fällt,» umgeschnitten. Ausserdem stosse sich die SRF-Geschäftsleitung «an der Verwendung verschiedener Klischees, der hochdeutschen Synchronisation und der Mischung».

Im Leutschenbach scheint man sich auch uneinig über die Leistung von Sofia Milos zu sein. Sie wurde erst als «Fehlbesetzung» betitelt, nun heisst es jedoch plötzlich: Das SRF stehe «voll hinter den Produzenten, dem Schauspiel­ensemble, dem Regisseur und dem ganzen Filmteam».

Einen neuen Sendetermin für «Tatort: Wunschdenken» gibt es noch immer nicht, der Krimi werde aber «sobald als möglich» ausgestrahlt.

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