IS-Terror: Das E-Mail der Terroristen an Foleys Eltern
Aktualisiert

IS-TerrorDas E-Mail der Terroristen an Foleys Eltern

Das letzte E-Mail der IS-Terroristen an die Familie des ermordeten US-Journalisten gewährt einen schockierenden Einblick in die Denkweise der Islamisten. Sie drohen mit weiteren Morden.

von
pwe

Die Familie des vom IS enthaupteten Journalisten James Foley hat eingewilligt, das letzte E-Mail der Terroristen an sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die «Global Post» begründet die Publikation damit, dass so «Einsichten über die Motivation und die Taktik» des IS gewonnen werden können.

Im E-Mail, das mit «Nachricht an Amerika und seine schafsgleiche Bevölkerung» betitelt ist, erklären die Terroristen die Ermordung Foleys als «direktes Resultat eurer Sünden uns gegenüber». Der Text offenbart, dass sich die Terroristen weniger als handelnde Subjekte, sondern mehr als von äusseren Umständen Gezwungene sehen. Ihre Taten seien eine Reaktion auf äussere Gewalt. Auch Foley sei letztlich selber Schuld an seiner Ermordung, denn er habe es gewagt, die «Höhle des Löwen» zu betreten und sei dann «gefressen» worden.

Im E-Mail heisst es weiter, man habe angeboten, die Geiseln freizukaufen, «wie es andere Regierungen akzeptiert haben». Die Forderung belief sich auf 100 Millionen Euro. Alternativ habe man auch einen Gefangenenaustausch angeboten. Zwischen Regierung und Zivilisten werde kein Unterschied gemacht und sie würden nicht aufhören, «bis wir unseren Durst nach eurem Blut gestillt haben».

Inhaltliche Ungenauigkeiten

Die «Global Post» schreibt, dass das E-Mail inhaltliche Ungenauigkeiten enthalte. So schreiben die Terroristen, sie hätten «mehrere Chancen zur Verhandlung» geboten. Foleys Familie erhielt aber vor diesem E-Mail mit Datum vom 12. August nur eine weitere Nachricht. Diese erhielten sie am 23. November 2013 - über ein Jahr nach der Entführung.

Womöglich haben die IS-Terroristen weitere Journalisten in ihrer Gewalt. Fox News interviewte die Eltern des früheren Soldaten Austin Tice, der in Syrien als unabhängiger Reporter tätig war und vor über zwei Jahren spurlos verschwand. Das vom Bürgerkrieg geschüttelte Land ist bei weitem das gefährlichste Terrain für Reporter. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) schätzt, dass mindestens 69 Journalisten getötet und über 80 gekidnappt wurden. Gegenwärtig würden etwa 20 vermisst, und viele davon seien in der Hand des IS.

Reporter ohne Grenzen kommt zu ähnlichen Schätzungen. Vor allem würden Syrer entführt, schreibt die Organisation: «Bewaffnete Gruppen haben rund 20 syrische Journalisten in ihrer Gewalt.»

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