Aktualisiert 21.02.2012 10:18

Business mit dem FrostDas Eis-Auto wird zum Werbestar

Das eingefrorene Auto von Jean-Christophe Fornasari sorgte weltweit für Schlagzeilen. Jetzt ist auch die Werbebranche auf den Zug aufgesprungen – sehr zum Ärger des Autobesitzers.

von
Antonio Fumagalli

Bekannte Persönlichkeiten sind bei Werbern beliebt, dank ihres Wiedererkennungseffekts garantieren sie den Auftraggebern eine höhere Aufmerksamkeit. Manchmal müssen allerdings auch Alltagsobjekte wie ein Auto herhalten. Je ausgefallener, desto besser. Was eignet sich da mehr als das Bild eines völlig vereisten Autos, das um die Welt ging?

Audi, der Hersteller des berühmtesten der drei Eis-Autos von Versoix, reagierte umgehend: «Sehen Sie Vorsprung durch Technik: Heute um 19:05 Uhr auf RTL startet dieser Audi» stand über einem viertelseitigen Inserat in der NZZ vom 11. Februar. Der angekündigte Beitrag, für den der deutsche Privatsender auch 20 Minuten Online kontaktierte, wurde am gleichen Abend ausgestrahlt (siehe unten).

Audi schiesst sich ins eigene Knie

Dumm nur: Die Sequenz, in welcher Auto-Besitzer Jean-Christophe Fornasari seinen vereisten Wagen wider Erwarten anspringen lässt, hat RTL für die Reportage gar nicht verwendet. «Natürlich hat uns dies etwas geärgert», sagt Audi-Werbeleiterin Barbara Wernli, «aber negative Reaktionen haben wir deswegen nicht erhalten.» Man sei nun in Kontakt mit RTL, um mit den nicht ausgestrahlten Bildern einen Werbefilm zu produzieren.

Dieses Wochenende ist nun auch noch der TCS aufgesprungen. In der Sonntags-Zeitung wirbt der Verkehrsclub mit dem Bild des Eis-Audis dafür, dass er auch bei den frostigsten Temperaturen stets zuverlässig bei Pannen aushelfe.

Ärger beim Auto-Besitzer

Auto-Besitzer Fornasari ist der Werbe-Wirbel um seinen Wagen ein Dorn im Auge: «Ich wurde von niemanden angefragt. Es stört mich, wenn aus meinem Missgeschick nun Profit geschlagen wird», ärgert sich der Zahntechniker aus Onex GE. Ihm wäre lieber, wenn er seinen Wagen nun endlich wieder von der Strandpromenade von Versoix wegfahren könnte.

Daran ist allerdings nicht zu denken, das Auto steckt mit den Rädern noch immer zentimetertief im Eis. Wenigstens muss Fornasari nicht mehr auf Pistenfreuden verzichten. Dank des Wärmeeinbruchs ist die Dachbox mittlerweile eisfrei – und Fornasari konnte die darin gelagerten Skis aus ihrem Gefängnis befreien.

Hier der Beitrag von RTL über das Eisauto von Versoix:

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