Das Ende der Badesaison fällt ins Wasser

Aktualisiert

Das Ende der Badesaison fällt ins Wasser

Fäkalien und Treibholz im Wasser, Schlamm auf der Liegewiese: Die Badesaison fällt im Bernbiet vielerorts ins Wasser.

Nach dem Hochwasser bleibt ein Teil der Bäder an Seen und Flüssen bis zum nahen Saisonende geschlossen.

Einen traurigen Anblick für Wasserratten bietet das Lorrainebad an der Aare in Bern: Das Schwimmbecken ist völlig verschlammt, der Kiosk wurde überflutet und muss nach der erst kürzlich erfolgten Renovation erneut saniert werden. Das Lorrainebad bleibt deshalb gleich bis Ende der Saison geschlossen.

Immerhin: Das Marzilibad nimmt am Mittwoch einen reduzierten Betrieb wieder auf. Die verschmutzten Schwimmbecken bleiben aber bis auf weiteres geschlossen. Sie konnten wegen des hohen Grundwasserdrucks für die Reinigung bisher nicht geleert werden. Es seien Risse an den Becken zu befürchten, sagte der Leiter des städtischen Sportamts Roland Schaffer auf Anfrage.

Knietiefer Schlamm auf der Liegewiese

Auch für Sonnenanbeter machte das Marzili zu Wochenbeginn keinen einladenen Eindruck: Auf einem Grossteil der Liegewiese lag knietiefer Schlamm, das Restaurant ist teilweise zerstört. Ab Mittwoch bietet es trotzdem ein reduziertes Angebot.

Ähnlich sieht es in den Freibädern an den Oberländer Seen und am Aarelauf aus. Für die Saison 2005 vorzeitig geschlossen wurden das Strandbad Thun, das Thuner Aarebad im Schwäbis und das Bödelibad in Interlaken: Hier stehen der Maschinenraum und die elektrische Steuerungen für die Wasseraufbereitung im Wasser und müssen saniert werden. Ab Samstag wieder geöffnet ist hingegen das Hallenbad, wie Geschäftsführer Christian Ingold sagte.

Gefährliche Aare

Zerstörte Liegewiesen und verschlammte Becken sind jedoch nicht der einzige Grund, warum zur Zeit vielerorts nicht gebadet werden kann. In Thun haben die Behörden wegen der hohen Konzentration von Kolibakterien letzte Woche für See und Aare ein Badeverbot in Kraft gesetzt. Es bleibt laut Auskunft vom Dienstag bis auf weiteres in Kraft.

In der Stadt Bern raten die Behörden dringend vom Schwimmen, Bootfahren und Wellenreiten in der Aare ab. Treibholz, Uferabrisse, starke und unvorhersehbare Strömungen bergten Gefahren, zudem sei der Fluss noch immer mit Fäkalien verunreinigt. Auf eine formelles Badeverbot hat die Stadt Bern verzichtet. «Die Aare ist ein kantonales Gewässer, die Aufsicht liegt deshalb beim Kanton», sagte Sportamts-Chef Schaffer dazu auf Anfrage.

In einigen Bädern an Flüssen und Seen kann jedoch trotzdem gebadet werden: Das Belper Giessenbad etwa wurde vom Hochwasser verschont. Der Rückstau der Gürbe hat zwar Teile des nahen Flughafens überschwemmt, nicht aber das Bad.

Das Bieler Stradbad wurde zwar teilweise überschwemmt, seit Montag herrscht aber wieder Normalbetrieb, wie auf Anfrage zu erfahren war.

(sda)

Deine Meinung