Das Ende der Weltuntergangs-Sekte ist nah
Aktualisiert

Das Ende der Weltuntergangs-Sekte ist nah

Das
«Sprachrohr Gottes»
schweigt. Uriella ist
offenbar schwerer krank
als angenommen. Dem
Weltuntergangs-Orden
Fiat Lux droht das Aus.

Im vergangenen Frühling meldete sich Uriella letztmals. In einem Interview mit Radio Top sprach die 78-Jährige von einer überstandenen Kieferoperation und kündigte einen Fernsehauftritt «spätestens im Mai oder Juni» an. Ehemann Icordo korrigierte diesen Termin später auf den Herbst. Der Gang an die Öffentlichkeit blieb aus. Warum? «Wir geben keine Interviews mehr», antwortete der sonst so redselige ehemalige Marketingmann freundlich. Warum scheut Uriella plötzlich die Öffentlichkeit wie der Teufel das Weihwasser? In Aussteigerkreisen heisst es, sie leide unter Alzheimer, andere glauben, dass ihr Icordo wegen der zahlreichen fehlgeschlagenen Weltuntergangsprophezeiungen einen Maulkorb verpasst hat.

Eine andere Theorie hat Sektenexperte Georg Schmid: «Sie ist sicher gesundheitlich reduziert und nicht mehr so hübsch wie früher», so der reformierte Pfarrer. «Für ihren Markt wäre es nicht förderlich, angeschlagen aufzutreten.» Schmid glaubt, dass mit Fiat Lux («es werde Licht») in ein, zwei Jahren Schluss sein könnte, wenn nicht ein geeignetes Nachfolger-Medium gefunden wird. Dann heisst es im süddeutschen Ordenszentrum Lichterlöschen.

Andy Fischer

Ein Reitunfall als «Karrierestart»

Erika Bertschinger erlitt 1973 bei einem Reitunfall schwere Kopfverletzungen. Sie glaubt, dass sie seit diesem Vorfall hellsichtig ist, und sieht sich deshalb als «Sprachrohr Gottes». Am 12. Januar 1980 gründete Bertschinger den Orden Fiat Lux. Seither fällt die ehemalige Sekretärin vor ihren Anhängern immer wieder in angebliche Volltrance und erhält göttliche Botschaften. Ihr Ordensname Uriella ist vom Erzengel Uriel abgeleitet. Die Sektenführerin fühlt sich vom Lichtwesen betreut.

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