Kunst: Das Ende von «Entropa»
Aktualisiert

KunstDas Ende von «Entropa»

Aus Protest gegen den Regierungswechsel in Prag will der Künstler David Cerny sein für die tschechische Ratspräsidentschaft geschaffenes Werk «Entropa» aus Brüssel entfernen.

Das umstrittene Kunstwerk, eine mit Darstellungen von Stereotypen gespickte Europakarte, werde am Montag abgebaut, sagte Cerny der Nachrichtenagentur AP am Freitag in einem Telefoninterview. «Dies ist ein politischer Protest dagegen, dass während der EU-Ratspräsidentschaft die Regierung gestürzt wurde.»

Protest gegen Klaus

«Ich bin nicht damit einverstanden, was Präsident Vaclav Klaus da in Kooperation mit der linken Opposition getan hat», sagte der Künstler. Mit dem Europaskeptiker Klaus verbündete Abgeordnete der Regierungspartei ODS hatten im März ein Misstrauensvotum der Opposition gegen ihren eigenen Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Mirek Topolanek unterstützt, der am Freitagnachmittag endgültig aus dem Amt ausscheiden sollte.

Umstrittenes Kunstwerk wird in Prag ausgestellt

Cerny erklärte, er wolle «Entropa» aus dem Ministerrat in Brüssel nach Prag holen und dort öffentlich ausstellen. Das Kunstwerk hatte unter anderem in Deutschland Irritationen ausgelöst, weil die Karte der Bundesrepublik ein Netzwerk aus Autobahnen durchzieht, deren Anordnung man als Hakenkreuz interpretieren kann. Die bulgarische Regierung legte sogar offiziellen Protest gegen «Entropa» ein, weil Bulgarien in dem Kunstwerk als Klo dargestellt wird. Dieser Teil der Installation wurde mittlerweile mit einem schwarzen Tuch abgehängt. (dapd)

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