21.09.2020 05:01

Basel«Das Entlein flog wie ein Wattebällchen durch die Luft»

Das Dach des Basler Polizeipostens Clara ist ein Enten-Hotspot. Immer wieder brüten Weibchen dort ihre Jungen aus. Dieses Jahr gab es gleich vier Mal Nachwuchs, allerdings nicht ohne kleinere und grössere Dramen.

von
Lea Lozano
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Dieses Jahr wurde die Dachterasse eines Polizeipostens in Basel bereits vier Mal zur Brutstätte für Enten. 

Dieses Jahr wurde die Dachterasse eines Polizeipostens in Basel bereits vier Mal zur Brutstätte für Enten.

Kantonspolizei Basel-Stadt
Die Muttertiere nisten sich besonders gerne in den Pflanzenkisten im 6. Stock ein – kein seltenes Phänomen, sagt die Vogelwarte Sempach. 

Die Muttertiere nisten sich besonders gerne in den Pflanzenkisten im 6. Stock ein – kein seltenes Phänomen, sagt die Vogelwarte Sempach.

Kantonspolizei Basel-Stadt
Ab und zu sorgt ein Küken für Aufregung auf dem Polizeiposten. 

Ab und zu sorgt ein Küken für Aufregung auf dem Polizeiposten.

Kantonspolizei Basel-Stadt

Darum gehts

  • Seit ein paar Jahren suchen sich Enten immer wieder die Dachterasse eines Basler Polizeipostens als Brutstätte aus.
  • Dies ist kein seltenes Phänomen, wie die Vogelwarte Sempach bestätigt. Die Stockenten seien bekannt dafür, auch mal auf Dächern oder Balkonen zu nisten.
  • Auf dem Polizeiposten hielten die Küken die Polizisten stets auf Trab.

Bereits vier Mal bekam die Basler Polizeiwache im Clarahof dieses Jahr Besuch von werdenden Entenmüttern. Diese suchten sich jeweils die Pflanztröge auf der Dachterrasse als Brutstätte aus. Zum ersten Schlupf kam es am 28. April, wie die Kantonspolizei in der aktuellen Ausgabe ihres Personalhefts «Basilea Info» schreibt.

Gleich elf Junge brütete das Muttertier aus, wobei eines davon direkt für Aufruhr sorgte. Es sei nämlich in ein Wasserablaufrohr gefallen und musste von der Feuerwehr gerettet werden. Als die Entenfamilie wieder vereint war, wurde sie von der Polizei in der Natur ausgesetzt.

Sprung aus dem 6. Stock

Im Mai seien dann die Jungen der zweiten Ente geschlüpft und auch diese Geburt habe die Polizisten auf Trab gehalten. Eines der Bibbeli wagte nämlich den Sprung aus dem 6. Stock. «Das Entlein flog wie ein Wattebällchen durch die Luft», heisst es im Polizeimagazin. So konnte ein aufmerksamer Passant das Junge unverletzt in der Clarastrasse einsammeln.

Dass die Küken solche Sprünge wagen, wenn sie das Nest verlassen, ist nicht unüblich. Meist werden sie mit Rufen der Mutter vom Boden aus dazu aufgefordert und überstehen das waghalsige Manöver wegen ihres geringen Gewichts und dem dichten Dunenkleid unverletzt, wie es auf der Webseite der Vogelwarte Sempach heisst.

Ein bekanntes Phänomen

Laut Livio Rey, dem Sprecher der Vogelwarte Sempach, sei es nicht abwegig, dass sich die Enten die Dachterrasse des Polizeipostens als Brutstätte ausgesucht hätten. «Es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich vor allem Stockenten während der Brut auf Flachdächern oder in Pflanzenkisten einnisten», sagt er gegenüber 20 Minuten. Einer der Gründe dafür sei, dass die Brut dort sicherer vor Raubfeinden sei.

Nicht so glimpflich verlief jedoch der nächste Schlupf am 14. Juni, heisst es im «Basilea Info». Die frisch geschlüpften Entlein fielen dabei den Raben, die bereits hungrig auf die Ankunft der Jungen warteten, zum Opfer. Nur zwei der Jungtiere konnten am nächsten Morgen gemeinsam mit ihrer Mutter in Sicherheit gebracht werden.

Die letzte Entengeburt sei dann aber wieder erfreulich unspektakulär abgelaufen. Am 9. Juli kamen sieben putzmuntere Küken zur Welt. Kurz darauf hat die Feuerwehr die Entenfamilie dann in die Natur gebracht.

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5 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Wolfgang

21.09.2020, 08:06

mein Kommentar wieder zensierte, warum kann man hier schreiben, wenn 90% zensiert werden.

Geniesser

21.09.2020, 08:04

In Frankreich‘s Dordogne gibt es eine feine Spezialität: confit de canard. Das ist in Entenfett gegartes Entenfleisch. Durch diesen Vorgang wird dem Fleisch das Fett entzogen und es wird herrlich zart und fällt fast von selbst vom Knochen. Ich kann diesen kulinarischen Hochgenuss jedem Nicht Veganer/Vegetarier empfehlen.

lizaphi

21.09.2020, 07:57

Super!! Die Polizei Dein Freund und Helfer - wie's sein soll. Habe bisher (69 Jahre) NUR gute Erfahrungen mit Polizisten gemacht und zähle ein paar zu meinen besten Freunden. Mein Dank an alle!!