TV-Dauerbrenner: Das Erfolgsgeheimnis von «Wer wird Millionär?»
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TV-DauerbrennerDas Erfolgsgeheimnis von «Wer wird Millionär?»

1250 Sendungen und kein Ende in Sicht: «Wer wird Millionär?» ist beim Publikum enorm beliebt. Nun verraten die Erfinder erstmals ihr Erfolgsrezept.

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scy
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David Briggs und Michael Whitehill, die Väter der britischen Originalausgabe, verrieten bei «Extra» erstmals das Erfolgsrezept von «Wer wird Millionär?»: Eine Kombination aus Spielaufbau, Inszenierung, dem Moderator und den Kandidaten.

David Briggs und Michael Whitehill, die Väter der britischen Originalausgabe, verrieten bei «Extra» erstmals das Erfolgsrezept von «Wer wird Millionär?»: Eine Kombination aus Spielaufbau, Inszenierung, dem Moderator und den Kandidaten.

Screenshot RTL
In Deutschland präsentiert Günther Jauch die Show seit 1999. Er ist damit der dienstälteste Moderator des Landes. In den vergangenen 17 Jahren begegnete er dabei allerlei schrägen, lustigen, vor allem aber auch intelligenten Menschen.

In Deutschland präsentiert Günther Jauch die Show seit 1999. Er ist damit der dienstälteste Moderator des Landes. In den vergangenen 17 Jahren begegnete er dabei allerlei schrägen, lustigen, vor allem aber auch intelligenten Menschen.

RTL/Frank Hempel
So spielte sich François Pütz 2008 souverän bis zur 125'000-Euro-Frage durch. Bei 500'000 Euro tippte er aber auf die falsche Antwort und fiel auf 500 Euro zurück. Obwohl Pütz noch jemanden aus dem Publikum hätte fragen können.

So spielte sich François Pütz 2008 souverän bis zur 125'000-Euro-Frage durch. Bei 500'000 Euro tippte er aber auf die falsche Antwort und fiel auf 500 Euro zurück. Obwohl Pütz noch jemanden aus dem Publikum hätte fragen können.

Screenshot RTL

59 Jahre alt ist er und noch kein bisschen müde. Seit September 1999 präsentiert Günther Jauch die Quizshow «Wer wird Millionär?» – ein Format, das beim TV-Publikum auch 17 Jahre nach seiner Premiere in Deutschland kaum etwas von seiner Anziehungskraft eingebüsst hat.

Und das ist angesichts veränderter Sehgewohnheiten der Zuschauer (Stichwort: Replay) und des enormen Konkurrenz-Angebots von Fernsehsendern und Streaming-Dienstleistern doch einigermassen erstaunlich. Einst erfolgreiche Unterhaltungsproduktionen wie «Wetten, dass..?», «TV total» oder «Benissimo» haben längst ihre Segel gestrichen. «Wer wird Millionär?» tickt da irgendwie anders.

In der RTL-Sendung «Extra» haben die beiden Erfinder des britischen Original-Formats «Who Wants to Be a Millionaire?», David Briggs und Michael Whitehill, nun erstmals über das Erfolgsgeheimnis ihrer Show gesprochen. Konkret würden vier Faktoren eine entscheidende Rolle spielen, sagen sie.

1. Der Spielaufbau

Die Kandidaten können die Fragen zuerst lesen, bevor sie antworten oder aussteigen. Zudem haben sie vier Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. «Doch wir haben gesehen: Das reicht nicht. Daher haben wir die Joker entwickelt, um den Leuten einen Grund zu geben weiterzuspielen», erklärt Briggs die Startschwierigkeiten.

2. Die Inszenierung

Je weiter ein Kandidat kommt, desto dunkler wird es im Studio. «Der Vergleich mit einem Kolosseum ist sehr gut. Es geht ja um einen Ort, an dem der Kandidat enorm unter Druck steht. Druck, es richtig zu machen», erklärt Whitehill. «Wir wollten, dass die Kandidaten alleine sind; Dunkelheit um sie herum. Nur sie gegen den Moderator.»

3. Der Moderator

Das Fingerspitzengefühl derjenigen Person, die die Sendung präsentiert – ein ganz wichtiger Punkt, damit die Show gelingt. Michael Whitehill sagt dazu bei «Extra»: «Es sind spezielle Anforderungen an den Moderator: Er muss Spannung aufbauen und gleichzeitig milde sein. Wir wollten immer, dass die Kandidaten höflich und behutsam behandelt werden.» Jauch gelingt das.

4. Die Kandidaten

Ohne die Teilnehmer und ihre speziellen Geschichten, die sie liefern, ginge es nicht. 2546 Kandidaten haben bis jetzt auf Günther Jauchs Stuhl Platz genommen und sich dabei rund 104 Millionen Euro erspielt.

In Grossbritannien wurde die Show mittlerweile eingestellt. Moderator Chris Tarrant (69) hatte nach über 15 Jahren genug. Günther Jauch ist nun schon seit 17 Jahren mit an Bord. Wie lange will er noch weitermachen? «Vielleicht 20 Jahre ‹Wer wird Millionär?›? Das könnte klappen!», lässt er bei «Extra» mit einem Schmunzeln in seine Gedanken blicken. Vielleicht werden es ja auch noch ein paar mehr. Zuzutrauen wäre es dem dienstältesten Moderator Deutschlands allemal.

Eine Übersicht über Jauchs schrägste Kandidaten sehen Sie in unserer Bildstrecke.

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