Interview mit Firstcar-Gründer: «Das erste Auto muss kein Vermögen kosten»
Firstcar ist eine Online-Plattform, die Neulenkern und Neulenkerinnen alles aus einer Hand anbietet – von Nothelferkursen bis hin zu Lernfahrautos.

Firstcar ist eine Online-Plattform, die Neulenkern und Neulenkerinnen alles aus einer Hand anbietet – von Nothelferkursen bis hin zu Lernfahrautos.

Pexels/Tobi
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Plattform für Neulenker «Das erste Auto muss kein Vermögen kosten»

Mit seinem Unternehmen Firstcar überzeugte Jungunternehmer Nicolas Heini gleich zwei Investoren in «Die Höhle der Löwen». Doch was steckt dahinter?

von
Isabelle Riederer / A&W Verlag

20 Minuten Lifestyle: Nicolas, du hast mit Firstcar gleich zwei Investoren in der Schweizer Version von «Die Höhle der Löwen» überzeugt. Wie fühlst du dich?

Nicolas Heini: Es ist toll. Mit Roland Brack und Tobias Reichmuth haben wir zwei tolle Investoren für Firstcar gefunden und freuen uns jetzt auf die Zusammenarbeit.

Was ist Firstcar überhaupt?

In der Schweiz machen jedes Jahr 100'000 Neulenker und Neulenkerinnen die Autoprüfung. Firstcar ist eine Plattform, die ihnen alles aus einer Hand bietet. Angefangen von Informationen zu Kursen wie Nothelfer und Verkehrskunde, wir vermitteln Fahrstunden, helfen bei der Suche nach dem idealen Fahrlehrer oder -lehrerin, bei den Prüfungsvorbereitungen, vermieten Lernfahrautos, unterstützen beim Autokauf und bei der Auswahl der richtigen Versicherung.

Es gibt immer mehr Fahrlehrer, die gar keine sind und die Neulenker einfach abzocken.

Nicolas Heini, Gründer von Firstcar

Wer also die Autoprüfung machen will, findet bei euch alles, was er oder sie braucht?

Richtig! Viele sind mit dem Angebot im Internet oft überfordert. Das fängt schon bei der Auswahl des richtigen Fahrlehrers an. Es gibt in der Schweiz mehr als 5000 Fahrlehrer, wie soll man da die richtige Person finden? Bei uns auf der Plattform sind von uns handverlesene Fahrlehrer aufgeführt, die auch geprüft sind. Es gibt immer mehr Fahrlehrer, die gar keine sind und die Neulenker einfach abzocken. Oft arbeiten sie schwarz und dürften eigentlich gar nicht Neulenker schulen.

Nicolas Heini und seine Freundin Belinda wagen mit ihrem Start-up Firstcar den Schritt in «Die Höhle der Löwen Schweiz».

Nicolas Heini und seine Freundin Belinda wagen mit ihrem Start-up Firstcar den Schritt in «Die Höhle der Löwen Schweiz».

CH Media
Der Besuch in der Höhle hat sich für Nicolas Heini und Firstcar gelohnt, gleich zwei Löwen haben angebissen.

Der Besuch in der Höhle hat sich für Nicolas Heini und Firstcar gelohnt, gleich zwei Löwen haben angebissen.

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Roland Brack (l.) und Tobias Reichmuth investieren in das Start-up.

Roland Brack (l.) und Tobias Reichmuth investieren in das Start-up.

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Ihr bietet auch Unterstützung beim Autokauf an. Wie muss man sich das vorstellen?

Viele Neulenker wollen nach der bestandenen Prüfung auch ein eigenes Auto haben. Doch oft glauben sie, dass man für 3000 bis 5000 Franken keinen guten Gebrauchtwagen mehr bekommt. Das stimmt aber nicht. Sie können uns eine Anfrage schicken, was sie sich für ein Modell vorstellen und wie hoch ihr Budget ist und wir machen uns dann auf die Suche nach passenden Angeboten. Dabei achten wir insbesondere auch darauf, dass es sich dabei um seriöse Angebote handelt.

Was kosten eure Dienstleistungen für Neulenker?

Pro Dienstleistung verlangen wir aktuell einen Beitrag zwischen 100 und 200 Franken. Zum Beispiel kostet die Autosuche bei uns pauschal 100 Franken. Dieser Betrag wird aber auch dem Kaufpreis angerechnet, wenn man das Auto bei uns kauft. Wir arbeiten zudem aktuell an einem Algorithmus, welcher durch Beantwortung von einfachsten Fragen das perfekt passende erste Auto präsentiert.

Wir haben mit 60 Fahrzeugen mittlerweile die grösste Flotte an Lernfahrautos, die wir in der ganzen Deutschschweiz vermieten.

Nicolas Heini, Gründer Firstcar

Wie bist du auf die Idee zu Firstcar gekommen?

Einerseits war da ein guter Freund von mir, der sich nach der Autoprüfung ein viel zu kostspieliges Auto hat aufschwatzen lassen, weil er überzeugt war: Ein tolles Auto für wenig Geld, das gibt es nicht. Er hat sich mit diesem Wagen komplett überschuldet und stand kurz vor der Privat-Insolvenz. Das Problem war, dass er dann auch noch seinen Job verloren hatte und die Situation immer schlimmer wurde. Zur gleichen Zeit habe ich damals aus Jux auf Ricardo einen 25 Jahre alten Volvo für 100 Franken ersteigert, der anschliessend sogar noch die MFK bestanden hatte. Da hat es Klick gemacht und ich wusste, das erste eigene Auto muss kein Vermögen kosten.

Einmalig ist bei Firstcar, dass man bei euch auch Lernfahrautos mit Doppelpedalerie mieten kann.

Genau. Wir haben mit 60 Fahrzeugen mittlerweile die grösste Flotte an Lernfahrautos, die wir in der ganzen Deutschschweiz vermieten. Das ist gerade für Neulenker und Neulenkerinnen, die privat kein Auto zum Üben nutzen können, ein grosser Vorteil. Viele wissen nicht, dass man zum Beispiel mit fast allen Autos, die eine elektrische Parkbremse haben, keine Lernfahrten machen darf. Wird man erwischt, kann es teuer werden und im schlimmsten Fall wird auch der Fahrausweis entzogen.

Aber seid ihr damit nicht eine Konkurrenz für Fahrlehrer und Fahrlehrerinnen?

Nein, wir sind eher eine Ergänzung. Private Fahrstunden sind oftmals genau so wichtig wie Fahrstunden beim Profi. Ein guter Mix und viel praktische Erfahrung sind oft der Schlüssel zur bestandenen Autoprüfung.

Was hattest oder hast du für ein erstes Auto? Erzähl uns in den Kommentaren davon!

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