Meilen ZH: Das erste Knödel-Haus der Schweiz steht in Meilen
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Meilen ZHDas erste Knödel-Haus der Schweiz steht in Meilen

Knödel an den Schweizer bringen – das ist Jürgen Leonhardsbergers Mission mit seiner Knödel Factory. Neu gibt es die Brotklösse auch im eigenen Laden zu kaufen.

von
bec

So werden die Knödel produziert. (Video: bec)

Die Dorfstrasse von Meilen ziert seit dem kurzem eine Schweizer Neuheit: das erste Knödel-Haus der Schweiz. «Bis jetzt ist es eigentlich noch eher ein Knödel-Shop» erklärt Jürgen Leonhardsberger, der Betreiber des Ladens und Gründer der Knödel Factory. Die Knödel Factory ist ein typisches Familien-Start-up und die einzige Knödelproduktion der Schweiz. Hier im Shop verkaufen er und seine Frau nun diverse Knödelsorten wie traditionellen Semmelknödel, Marillenknödel oder auch Curryknödel.

Die Liebe zu dem runden Brotkloss hat Leonhardsberger bereits in seiner Kindheit entdeckt. Sein Vater stammte aus Zell am See in Österreich, wo Knödel schon seit eh und je auf der Speisekarte stehen. In den letzten Jahren luden die Leonhardsbergers immer wieder ihre Freunde und Bekannte zum Knödelessen ein. «Ständig kam die Frage: ‹Hey Jürgen, wann gibts mal wieder Knödel?› Alle mochten sie, doch sonst gab es sie nirgendwo. Da kam mir die Idee, ein Geschäft daraus zu machen», sagt Leonhardsberger.

Tennisarm vom Teigmischen

2014 war es dann so weit: Zusammen mit seiner Frau Olivia gründete Leonhardsberger die Knödel Factory. «Mit 20 Franken Startkapital haben wir damals in unserer Küche die ersten kommerziellen Knödel hergestellt», erinnert sich Leonhardsberger zurück.

Seitdem ist die Produktion in die umgebaute Garage des Meilemer Wohnhauses umgelagert worden. «Die Knödel sind zu 95 Prozent Handarbeit. Die anderen 5 Prozent erledigt ein Teigmischer. Nach einer Grossbestellung bekam ich einen Tennisarm, da musste ich eine neue Lösung finden», sagt Leonhardsberger. Auch eine Portioniermaschine hat er sich kürzlich angeschafft. Für genaue Grammanagaben sei das effizienter, sagt Leonhardsberger: «Insbesondere wenn aus 10 Kilo Teig genau 20 Gramm schwere Apéroknödel werden sollen, ist das so viel einfacher.»

Ein Knödel-Haus mit Restaurant und Take-away

Seit dem Anfang hat er bereits über 100'000 Knödel verkauft, an Restaurants, auf Street-Food-Festivals oder auch im Volg. Mit dem neuen Knödel-Shop kann man sie aber auch direkt an der Quelle beziehen. Leonhardsberger hat Grosses vor: «Ich stelle mir ein richtiges Knödel-Haus vor, mit Take-away-Betrieb, Verkaufsstelle und richtigem Knödel-Restaurantbetrieb am Abend.»

Der Knödel-Shop ist der erste Schritt dorthin. «Bis jetzt zeigt sich, dass die Leute Interesse haben und der Traum gar nicht so unrealistisch ist,» so der Knödel-Produzent. Im Herbst soll voraussichtlich der Take-away-Betrieb aufgenommen werden.

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