«Das erste Wochenende war enttäuschend»

Aktualisiert

«Das erste Wochenende war enttäuschend»

20minuten.ch befragte Tom Lüthis Teamchef Daniel Epp vor dem zweiten GP in Jerez zu geplatzten Auftakthoffnungen, Favoritenrollen und weiterhin vorhandenem Lernbedarf.

von
Jörg Caluori

In Jerez ist drei Wochen nach dem Saisonauftakt in Katar der nächste Halt der Motorrad-WM 2008. Im zweiten von 17 Rennen stehen die Chancen von Tom Lüthi gut, eine Topklassierung herauszufahren. Denn in den Vorsaisontests war der Berner bei den absolut schnellsten. Auch Randy Krummenacher (22. Platz in Katar) und Dominique Aegerter (17.) versuchen in Spanien weiter vorne mitzufahren.

Daniel Epp, beim Saisonstart von Katar ist von aussen gesehen die Bilanz für Ihr Team - und insbesondere auch für Tom Lüthi mit dem 15. Platz - ernüchternd. Stimmen Sie dieser Ansicht zu?

Daniel Epp: Klar, das erste GP Wochenende war eine grosse Enttäuschung, wir haben ganz sicher mehr erwartet. Aber es war nur das erste von insgesamt 17 Rennen in dieser Saison, und jetzt geht es in Jerez weiter.

Nach dem ersten Rennen in Katar war zu hören und zu lesen, dass Lüthi auch ohne die eingehandelte Strafe aufgrund des Frühstarts keine Chance auf einen Podestplatz gehabt hätte. Sein hinterer Reifen habe «aufgelöst». Wie kann dies geschehen, es wurde doch im Vorfeld einige Nächte getestet und sicherlich auch der richtige Reifen gewählt?

Das ist wahr, Aoyama, Bautista und Lüthi haben es als einzige des Feldes während des Rennens mit einem massiven Hinterreifenproblem zu tun bekommen, und ein Podiumsplatz wäre für Tom so oder so unmöglich gewesen. Dies sieht man auch an den Resultaten von Aoyama und Bautista (Anm. Red. 15. bzw. 6. Platz). Wir konnten das leider nicht beeinflussen, aber auch in der Abstimmung waren wir das gesamte Wochenende nie ganz glücklich, unsere Erwartungen fürs Katar Rennen waren mit einem angestrebten Top 6 Platz realistisch.

Tom Lüthi wird von vielen Fans und auch Medien als Mitfavorit auf den WM Titel 2008 «gehandelt», teilen Sie diese Meinung?

Wir streben im 2008 einen Top 6 Platz in der WM der 250er Klasse an. Wir haben nach wie vor noch Lernbedarf, und ich will uns nur ungern als Mitfavoriten bezeichnen. Ganz sicher möchten wir aber in einigen Rennen ganz vorne mitmischen und versuchen, zunehmend konstant in der Spitzengruppe mitzufahren.

Kann Lüthi diesem Erwartungsdruck standhalten?

Das wird er müssen, und ich denke, er kann das. Aber er steht damit ja nicht alleine da. Unseren Konkurrenten geht es in dieser Hinsicht auch nicht besser. Bautista und Kallio zum Beispiel stehen ebenfalls klar unter einem hohen Erwartungsdruck.

Sie sind nicht nur Besitzer und Chef des Teams, sondern auch Lüthis persönlicher Manager: Was unternehmen Sie - ausserhalb ihrer Aufgabe - um die hohen Ziele zu erreichen?

(Schmunzelt) Das ist eine sehr offene Frage, darüber könnte ich stundenlang referieren, aber nicht an dieser Stelle. Wir versuchen, für den Erfolg alles zu tun, und nichts zu unterlassen. Dabei sind wir immer offen für alle möglichen Verbesserungen. Wir sind aber gleichzeitig auch um die notwendige Konstanz besorgt.

Es wurde schon gemunkelt, dass bereits Pläne bestehen, mit Lüthi auf die nächste Saison in die höchste (MotoGP) Klasse zu wechseln. Können Sie dazu etwas verraten?

Solche Pläne bestehen nicht, wir haben in der 250er Klasse noch sehr viel zu lernen und zu beweisen. Man soll bekanntlich nicht laufen, bevor man gehen kann.

Deine Meinung