Aktualisiert 13.01.2014 17:15

Australien«Das Feuer ist schneller als eine Welle»

In der Nähe von Perth wüten heftige Buschbrände. Die Auslandschweizerin Caroline Nowotny lebt seit Jahren in Westaustralien – und hält stets eine Notfallkiste bereit.

von
trx

Bereits 350 Hektar Land fielen dem Brand zum Opfer, der in Parkerville – einem Vorort der westaustralischen Metropole Perth – wütet. Bislang zerstörten die Flammen 49 Häuser und beschädigten zahlreiche weitere. Ein Mann, der aufs Dach gestiegen war, um sein Haus mit Wasser vor dem Brand zu schützen, brach zusammen und starb später an Herzschwäche. Die Ironie des Schicksals: Sein Haus blieb verschont.

Die Flammen werden durch eine Hitzewelle und Winde begünstigt – in den letzten Tagen war es bis zu 46 Grad heiss, nachts sank das Thermometer nicht unter 30 Grad. Einzelne Feuerherde brachen bis zu drei Kilometer vom Brandherd entfernt aus – der Wind hatte die Funken dorthin getragen.

«In den letzten Jahren schlimmer geworden»

Obwohl die Ortschaft Furnissdale rund 80 Kilometer vom Brandherd in Parkerville entfernt ist, ist auch dort die Brandgefahr allgegenwärtig. «Man sollte stets eine Notfallkiste bereithalten, in der alle wichtigen Papiere sind», sagt die Schweizerin Caroline Nowotny (40), die seit acht Jahren mit ihrem Mann und der 16-jährigen Tochter in Westaustralien lebt. «Brände gab es zwar schon immer, doch in den letzten zwei, drei Jahren ist es schlimmer geworden.» Und bei akuter Brandgefahr dürfe man nicht zögern und müsse sofort flüchten: «Zu Fuss hat man keine Chance», so Nowotny. «Das Feuer ist schneller als eine Welle.» Zudem habe es seit November kaum noch Regen gegeben.

Brandstiftung und Achtlosigkeit

Besonders ärgerlich: Oft würden Brände absichtlich gelegt oder durch achtlos weggeworfene Zigaretten entzündet. In diesem Fall scheint ein umgestürzter Strommast den Brand ausgelöst zu haben.

Hunderte von Feuerwehrleuten kämpften auch heute noch gegen die Flammen und konnten diese mittlerweile eindämmen, aber nicht löschen. Teils flogen Löschflugzeuge aus über 100 Kilometer Entfernung an. Nowotny: «Viele Bewohner mussten mit wenig mehr, als sie auf dem Leib trugen, vor dem Inferno flüchten und ihre Habe und ihre Tiere schutzlos zurücklassen.»

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