Suzuki Ignis: Das Feuer neu entfacht
Aktualisiert

Suzuki IgnisDas Feuer neu entfacht

«Ignis» heisst Feuer. Das passt, denn mit dem New Ignis hat Suzuki ein Auto am Start, dass Spass macht und mit viel Charakter verführt.

von
Dieter Liechti
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Kein Witz: Der Suzuki New Ignis macht am Strand dank Allradantrieb genau so viel Spass, wie in der City.

Kein Witz: Der Suzuki New Ignis macht am Strand dank Allradantrieb genau so viel Spass, wie in der City.

Dieter Liechti
Das Interieur des New Ignis wirkt auf den ersten Blick karg, doch alles passt bestens und lässt keine Fragen aufkommen.

Das Interieur des New Ignis wirkt auf den ersten Blick karg, doch alles passt bestens und lässt keine Fragen aufkommen.

Dieter Liechti
Das Infotainment-System funktioniert hervorragend und auf den Rücksitzen gibts richtig viel Platz.

Das Infotainment-System funktioniert hervorragend und auf den Rücksitzen gibts richtig viel Platz.

Dieter Liechti

Wir Autojournalisten haben es gut: Während die meisten Autofans von Ferrari, Bentley, Range Rover und Co. träumen, «müssen» wir diese Autos fahren. Und trotzdem habe ich in diesem Jahr mein Herz an ein Modell verloren, das auf den erste Blick kein Traumauto ist: Den Suzuki New Ignis.

Denn in Zeiten, in denen uns die Smartphones aus den Händen und über den Verstand wachsen, ist für mich weniger immer öfter mehr. Das hat Suzuki erkannt: Während die Konkurrenz mehrheitlich der Wachstumsstrategie verfallen ist, feiern die Japaner Small als das neue Sexy. Und stellen mit dem New Ignis einen 3,7 Meter kurzen Micro-SUV auf die Räder, der fürs kleine Abenteuer gewappnet ist. Denn der Ignis ist kein aufgebockter Stadtflitzer mit Kriegsbemalung, sondern er wurde als SUV entwickelt und steht gegen Aufpreis mit Allradantrieb am Start. Das passt, denn der Trend zu 4x4-Autos ist in der Schweiz ungebrochen.

Angetrieben wird der Winzling von einem 1,2-Liter-Benziner mit 90 PS. Das tönt zwar nicht nach viel, macht aber Spass. Vor allem, wenn man die leichtgängige 5-Gang-Handschaltung ordentlich bedient. Dann fühlen sich die 12 Sekunden für den Stammtischspurt wie 9 an. Apropos fühlen: Während man vorne gut gefedert und komfortabel reist, polterts auf den hinteren Plätzen, auf denen aber selbst 1,9-Meter-Menschen aufrecht sitzen.

Das haben sie den Designern zu verdanken, die das Dach entgegen dem Trend gegen hinten nicht beschnitten haben – zumindest nicht in der Höhe. Dafür in der Vertikalen: Der Ignis endet sehr abrupt und die Heckansicht ist nicht jedermanns Sache. Dafür passt innen alles, und in Sachen Konnektivität können sich viel teurere Marken ein Beispiel bei den Japanern nehmen.

Fazit: 35 Jahre nach dem legendären Mini-Jeep SJ hat Suzuki wieder ein echtes Funmobil am Start. Ich bin Feuer und Flamme für den Kleinen.

Suzuki Ignis

Modell: 5-türiger Micro-SUV

Masse: Länge 3700 mm, Breite 1690 mm, Höhe 1595 mm

Kofferraum: 260 bis 514 Liter

Motor: 1,2-Liter-Benziner mit 90 PS

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 12,2 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h


Verbrauch: 4,6 Liter auf 100 Kilometer (offzielle Werksangabe)

CO2-Ausstoss: 104 Gramm/Kilometer


Preis: Ab 14 990 Franken. Testwagen: Ignis 1.2 Compact Top 4x4 ab 20 580 Franken mit Metallic- Lackierung

Infos:www.suzukiautomobile.ch

IN KÜRZE

Der Hersteller sagt:

«New Ignis – alles ausser gewöhnlich.»

Wir sagen:

Stimmt. Mit dem New Ignis ist Suzuki ein grosser Wurf gelungen. Auch wenn es sich um ein sehr kleines Auto handelt. Auf 3,7 Metern haben die Japaner einen SUV gebaut, der in der City und abseits gefällt.

Das gefällt:

Fast 25 Jahre lang hat Suzuki mit dem kleinen SJ-Jeep für Furore gesorgt. Der kleine Japaner ging als echter Jeep durch, kraxelte durchs Gelände und passte auf jeden Parkplatz. So viel Spass für so wenig Geld gab es nirgends. Nun wiederholt sich die Geschichte: der New Ignis glänzt mit denselben Fähigkeiten und bietet enorm viel Fahrspass. So viel Charakter wie der New Ignis hat kein anderer Suzuki.

Das eher weniger:

Dass die Designer beim Heck gestreikt haben. Vorne hui, hinten eher pfui.

Spannendes Detail:

Im Gegensatz zur Konkurrenz ist der New Ignis ein echter SUV – also mit Allradantrieb. Das Vierradantriebssystem mit Visco-Kupplung verteilt das Drehmoment automatisch mit auf die Hinterräder, wenn es merkt, dass die Vorderräder auf der Strasse an Grip verlieren.

Wer fährt so was?

Leute, die zwar einen SUV wollen, aber keine Parkplatz-Probleme und böse Blicke der Velofahrer und Fussgänger.

Alternativen dazu:

Echte Alternativen zum Suzuki New Ignis gibt es wenige. Alle, die mit dem Auto gefahren sind, sehen am ehesten Parallelen zum Fiat Panda 4x4 oder Panda Cross 4x4. Nur wirkt der Japaner in vielen Belangen moderner.

Am Steuer:

Dieter Liechti, Inhaber der Textlab SL.

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