Steuerfreies Kerosin: Das Flugzeug-Benzin kommt bald vom Acker
Aktualisiert

Steuerfreies KerosinDas Flugzeug-Benzin kommt bald vom Acker

Biotreibstoff wird für Airlines interessant – auch für die Swiss. Grund sind mitunter die hohen Kerosinpreise sowie die kommenden CO2-Abgaben.

von
Alex Hämmerli

Rund um den Globus machen immer mehr Airlines auf grün: In breit angelegten Tests mischen sie ihrem Kerosin Biotreibstoff bei. Die Lufthansa will nun eine Vorreiterrolle übernehmen. In wenigen Wochen wird die deutsche Airline das bisher grösste Pilotprojekt seiner Art ins Rollen bringen: Täglich acht Flüge zwischen Hamburg und Frankfurt mit einem Viertel Biosprit stehen auf dem Programm, zunächst für sechs Monate. Verläuft alles nach Plan, will die Lufthansa danach weitere Flieger auf bio umstellen.

Auch in der Schweiz ist man vom Biotreibstoff überzeugt: «Daran führt gar kein Weg vorbei», sagt etwa Kurt Howald, Generalsekretär von Aero­suisse, dem Dachverband der schweizerischen Luft- und Raumfahrt. Mittelfristig rechnet er mit einem Beimischungsanteil von rund zehn Prozent.

Bei der Swiss werden die ersten Flieger voraussichtlich in drei Jahren mit Biosprit betankt. «Das grösste Potenzial als Grundstoff für den Treibstoff sehen wir derzeit in der Jatropha-Planze», sagt Sprecher Jean-Claude Donzel. ­Deren energiereiche Nüsse spriessen selbst in Wüsten-­Nähe. Ausserdem sind sie giftig – anders als etwa bei Mais oder Zuckerrohr gehen mit der Umwandlung also keine Nahrungsmittel drauf.

Ganz freiwillig verlagern die Airlines ihren Treibstoffverbrauch nicht Richtung bio. Ausschlaggebend sind mitunter die steigenden Ölpreise. Und: Ab 2012 wird die Branche in den CO2-Emissionshandel der EU mit einbezogen. Das schafft weitere Anreize zum Kerosinsparen.

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