Abgestürzt am 18. Februar: «Das Flugzeug im Bodensee zu lassen, ist keine Option»
Publiziert

Abgestürzt am 18. Februar«Das Flugzeug im Bodensee zu lassen, ist keine Option»

Bei Staad SG stürzte ein Kleinflugzeug vor über einem Monat ins Wasser. Eine erste Bergung ist misslungen. Nun will die Kantonspolizei St. Gallen einen zweiten Versuch starten.

von
Michel Eggimann
1 / 15
Die Kantonspolizei St. Gallen plant einen zweiten Bergungsversuch des vor über einem Monat abgestürzten Kleinflugzeuges bei Staad SG.

Die Kantonspolizei St. Gallen plant einen zweiten Bergungsversuch des vor über einem Monat abgestürzten Kleinflugzeuges bei Staad SG.

News-Scout/Simone Benenati
Ein erster Versuch eine Woche nach dem Absturz blieb erfolglos.

Ein erster Versuch eine Woche nach dem Absturz blieb erfolglos.

News-Scout
Die Taucher konnten zwar auf die erforderliche Tiefe von 84 Meter vordringen, die erforderlichen Gurte konnten jedoch nicht befestigt und die Bergung nicht abgeschlossen werden.

Die Taucher konnten zwar auf die erforderliche Tiefe von 84 Meter vordringen, die erforderlichen Gurte konnten jedoch nicht befestigt und die Bergung nicht abgeschlossen werden.

News-Scout

Darum gehts

  • Seit über einem Monat liegt im Bodensee bei Staad SG das Wrack eines abgestürzten Kleinflugzeuges.

  • Ein erster Bergungsversuch ist gescheitert.

  • Nun plant die Kantonspolizei St. Gallen einen zweiten Versuch.

  • Man geht dabei andere Wege und die Einsatzleitung hat dieses Mal die Polizei inne.

  • Das Flugzeug im Bodensee zu lassen, kommt für den Kanton St. Gallen nicht in Frage.

Beim Landeanflug auf den Flugplatz St. Gallen-Altenrhein ist am 18. Februar ein Kleinflugzeug in den Bodensee abgestürzt. Die Maschine wurde vor Staad SG im Wasser gefunden. Der Pilot konnte sich selbst aus dem Flugzeug befreien und wurde von Einsatzkräften aus dem Bodensee gerettet. Es handelt sich um einen 70-jährigen Deutschen, der im Tessin wohnt. Er war bei der Rettung ansprechbar, aber unterkühlt.

Zum Zeitpunkt des Absturzes war die Sicht aufgrund dichten Nebels erschwert. Die Absturzursache ist aber nach wie vor nicht geklärt. Bei der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST läuft diesbezüglich eine Untersuchung.

Erster Bergungsversuch misslungen

Eine Woche nach dem Absturz des Kleinflugzeuges wurde ein erster Bergungsversuch des Wracks durchgeführt. Dieser Versuch gelang aber nicht und musste schlussendlich abgebrochen werden. Die Taucher konnten zwar auf die erforderliche Tiefe von 84 Meter vordringen, die erforderlichen Gurte konnten jedoch nicht befestigt und die Bergung nicht abgeschlossen werden. Seither blieb es ruhig um die Bergung.

So lief der erste Bergungsversuch.

BRK News

Wie FM1Today berichtet, plant die Kantonspolizei St. Gallen nun einen zweiten Versuch, das Wrack der abgestürzten Maschine vor Staad zu bergen. Florian Schneider, Sprecher der Kapo St. Gallen, sagt zu 20 Minuten, man habe Lehren gezogen aus dem ersten Versuch. Dieses Mal soll es verschiedene Etappen geben. «Bei der Bergung soll nach Möglichkeit das Wrack bereits durch die Taucher vorbereitet sein, sodass nur noch der Kranhaken befestigt werden muss. Beim ersten Versuch waren zu viele Komponenten, die punktgenau aufeinander hätten treffen müssen», so Schneider.

Geplant ist die Bergung nicht vor Mitte April. Dazu meint der Polizeisprecher, es sei schlicht eine Timing-Frage, da viele Partnerorganisationen gleichzeitig verfügbar sein müssten. Der erste Bergungsversuch wurde noch im Auftrag der SUST durchgeführt. Nun hat die Kantonspolizei St. Gallen den Lead. Schneider erklärt: «Es ist Usus, dass bei Einsätzen mit mehreren involvierten Blaulichtorganisationen und Partnern die Polizei die Einsatzleitung inne hat.» Hinzu käme, dass Taucher der Kapo St. Gallen am Einsatz involviert seien und diese seien eine der heikelsten Komponenten. Die Taucher wüssten auch genau, wo sich die Maschine befindet.

SUST hat genügend Informationen

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle bleibt aber involviert. Obwohl sie für die Analyse des Absturzes nicht mehr auf die Bergung angewiesen ist. Martin Pohl, Untersuchungsleiter der SUST, sagt zu FM1Today: «Durch die Auswertung von Funksprüchen, Radardaten, Piloten- und Zeugenaussagen haben wir genügend Informationen zusammen.» Deshalb sei aus ihrer Sicht die Bergung des Wracks nicht notwendig.

Der Kanton St. Gallen hat da eine andere Meinung. «Das Flugzeug im Bodensee zu lassen, ist keine Option», sagt Marco Paganoni, Kommunikationsmitarbeiter im Baudepartement, zu welchem das Amt für Umwelt und das Amt für Wasser und Energie gehören. Im Flugzeug habe es nach wie vor Treibstoff und andere Substanzen, die früher oder später austräten und das Wasser verschmutzten. Für Paganoni wäre es ein verheerendes Signal gegen den Schutz der Umwelt, das Flugzeug im Bodensee zu lassen. Diese Haltung unterstützt auch die SUST. Deshalb hilft sie auch bei der zweiten Bergung. Nur dieses Mal nicht mehr als Einsatzleiter, sondern im Auftrag der Kantonspolizei St. Gallen.

Brauchst du oder braucht jemand, den du kennst, eine Rechtsberatung?

Hier findest du Hilfe:

Reklamationszentrale, Hilfe bei rechtlichen Fragen

Deine Meinung

14 Kommentare