Aktualisiert 29.04.2008 11:41

Das Foto des Jahres

In Cannes wurde vergangene Woche zum ersten Mal der «Oscar der Fotografie» vergeben. Aus über 70 000 Einsendungen konnte die Britin Vanessa Winship das Rennen für sich entscheiden.

Die Britin überzeugte die hochkarätig besetzte Jury mit der Fotoserie «Sweet Nothings», einer Serie von Porträts junger Mädchen in Schuluniformen. Die Bilder entstanden während Reisen durch Städte, Dörfer und kleine Ortschaften in der Türkei, berichtet die Siegerin. «Ein immer wiederkehrendes Bild waren Schulmädchen mit ihren blauen Kleidchen. Diese Kleider mit ihren Krägen und eingestickten süssen Botschaften waren das Symbol des türkischen Staates, während jene, die sie trugen, lediglich einfache, kleine Mädchen waren», so Winship über ihre Siegerarbeit.

Neben den Profis hatten auch Amateur-Fotografen die Möglichkeit, ihre Bilder einzusenden. Hier wurden die Gewinner der einzelnen Kategorien bereits vor knapp zwei Wochen ermittelt (20minuten.ch berichtete). Als Gesamtsieger unter den Amateuren wurde von der Jury der indische Arzt Arup Gosh ausgezeichnet. Mit seinem Schwarz/Weiss-Bild «The Barber» schaffte er es, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Für sein Lebenswerk wurde der nicht nur von Foto-Enthusiasten verehrte Phil Stern geehrt. Er wurde unter anderem durch seine journalistischen Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg sowie aus dem Vietnamkrieg berühmt. Unter seinen Werken finden sich Porträts von Hollywood-Grössen wie Marilyn Monroe und James Dean. Der 88-jährige wurde vom Auditorium im «Palais des Festivals de Cannes» mit Standing Ovations bejubelt.

In elf Kategorien, die von Architektur über Sport und Mode bis zu Dokumentaraufnahmen reichten, konnten professionelle Fotografen ihre Werke einschicken. «Wir haben über 70 000 Einsendungen erhalten, die aus 178 Ländern stammten», sagte Scott Gray, Gründer des World Photography Awards, bei der Veranstaltung. «Der Sony World Photography Award hat damit schon eines seiner Ziele erreicht, nämlich eine Brücke zwischen Kunst, Kultur und angewandter Fotografie zu schlagen. Der Award soll auch künftig junge, aufstrebende Talente ebenso berücksichtigen wie die anerkannten Meister ihres Faches», so Gray.

(mbu/pte)

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