Aktualisiert 25.06.2009 23:30

WimbledonDas Frauentennis ist in der Krise

Es fehlen die grossen Figuren, es fehlen die brisanten Duelle. Das Frauentennis steht in Wimbledon im Schatten des Männerturniers.

von
Marcel Allemann

Das Männertennis bietet Spektakel. Es lebte in den letzten zwei Jahren vom heissen Duell zwischen unserem Tenniskönig Roger Federer und Rafael Nadal. Dass der Spanier nun in Wimbledon verletzt fehlt, ist zwar schade, aber kein Beinbruch. Es gibt ja noch den Schotten Andy Murray und den Serben Novak Djokovic. Das sind vier Spieler aus vier verschiedenen Kulturen, die sich um die Vormachtstellung streiten. Und dahinter üben auch noch bunte Vögel wie Roddick, Del Potro, Tsonga und Monfils Druck auf die Top 4 aus.

Anders sieht es bei den Frauen aus. Sehnsüchtig denkt man an die Zeiten zurück, als sich noch Steffi Graf und Monica Seles duellierten. Oder Gabriela Sabatini und Anna Kournikova die Männerherzen höher schlagen liessen. Auch Martina Hingis und Justine Henin werden schmerzlich vermisst. Das Frauentennis hat seinen Glamour und dadurch letztlich auch seine Klasse fast vollständig verloren.

Erst recht weil auch Maria Scharapowa nach ihrer Verletzungspause noch nicht das Niveau früherer Tage erreicht hat. In Wimbledon gingen für die attraktive Russin bereits in der zweiten Runde die Lichter aus. Ana Ivanovic, die das Potenzial hat, in die Fussstapfen der Tennis-Beauty zu treten, steckt in einer sportlichen Krise. Und Dinara Safina, die aktuelle Nummer 1 der Welt, hat noch nicht mal ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. So beschränkt sich das derzeitige Highlight im Frauen-Tennis auf die Williams-Sisters (Serena und Venus). Doch das ist herzlich wenig, denn ihre Geschichte wurde bereits allerorts durchgekaut.

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