Til Schweiger: «Das freut mich wahnsinnig!»
Aktualisiert

Til Schweiger«Das freut mich wahnsinnig!»

Die Komödie «Keinohrhasen» war in der Schweiz ein Grosserfolg. Nun kommt die Fortsetzung «Zweiohrküken» in die Kinos. Til Schweiger schrieb wieder das Drehbuch, führte Regie und spielte die Hauptrolle. 20 Minuten hat das Multitalent und seine Filmpartnerin Nora Tschirner zum Interview getroffen.

von
Philipp Portmann

Til, die Dialoge sind auch in Teil 2 witzig. Wie war der Prozess des Schreibens? Habt ihr euch hingesetzt und geschaut, welche Klischees (Video) ihr unterbringen könnt und wie Männer und Frauen funktionieren?

Schweiger: Ich war zuerst skeptisch, ob es uns überhaupt gelingt, noch einen zweiten Teil zu schreiben. Bei einer romantischen Komödie ist nach dem ersten Teil in der Regel Schluss, wenn sich die beiden bekommen haben. Deswegen haben wir überlegt, was wir jetzt machen könnten mit den beiden. Wir schauten zwei Jahre nach vorne, dann kam es wie aus der Feder geflossen, aus Erlebtem, Gehörtem, aus Annikas Dekkers (Co-Autorin) und meinem Erfahrungsschatz.

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Das heisst, du konntest Erfahrungen aus früheren Beziehungen einbringen? Steckt hier viel Schweiger mit drin?

Schweiger: Ja natürlich! Und es ist auch ganz viel Dekker mit drin. Und zwar nicht nur aus einer, sondern aus mehreren Beziehungen, denn das sind ja Mechanismen, die sich in der Regel immer wieder und in allen Beziehungen wiederholen. Deswegen reagieren die Leute so drauf, weil sie sich selber wiedererkennen und weil sie denken, oh den Dialog habe ich in meinem Leben auch schon gehört.

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Nora, was könnten Männer anders machen, dass es nicht immer wieder auf die selben Auseinandersetzungen (Video) rausläuft?

Tschirner: Da setze ich mich jetzt bei Til und seinen 400 imaginären Freunden, die alle Wissenschaftler für Männer- und Frauenforschung an sehr berühmten Universitäten in Amerika sind, total in die Nesseln, aber ich glaube nicht an diese Mann-Frau Sache. Ich glaube zwar, dass es da Unterschiede gibt, aber ich glaube, eher an Menschen im Allgemeinen. Im Film funktionieren die Gags, und es gibt sicherlich auch diese stereotypen Beziehungen. Aber so wie ich das in meinem Umfeld erlebe, geht es eher um grundsätzlichen Respekt zwischen Menschen und grundsätzlich um Probleme, die auch entstehen, wenn man zusammenwohnt. Das kennt man aus früheren Situationen wie bei einem Lagerkoller im Ferienlager oder auf Klassenfahrt. Da gibt es tausend Sachen, die eigentlich eher mit zwei Menschen zu tun haben, als mit einem Mann und einer Frau. Ich hätte persönlich jetzt nichts auszurichten an die Männerwelt, was da noch geändert werden müsste. Also zumindest nicht bei den Männern, die ich kenne.

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Das Altwerden wird im Film wunderbar parodiert. Wenn ein Schauspieler älter wird, verändern sich oft auch die Rollen, die er annimmt. Wie sieht das bei euch aus? Wie geht ihr damit um?

Schweiger: Der Vorteil für einen Schauspieler ist, dass er alt werden kann, und wenn er ein bisschen smart ist und irgendwann merkt, dass er nicht mehr den jugendlichen Helden spielen kann, sondern eher den Vater und irgendwann den Opa. Dann kann man als Schauspieler, wenn man mental und körperlich fit bleibt, bis ins ganz hohe Alter arbeiten. Da ist man, glaube ich, weil der Beruf ja den meisten Schauspielern auch sehr viel Spass bringt, schon ein bisschen privilegiert.

Tschirner: Und man hat übrigens das gleiche Problem auch früher, wenn man jünger ist. Da kriegt man bestimmte Rollen auch noch nicht. Und das Gute ist, dass wir in einem Beruf arbeiten, der das Leben darstellt, und im Leben gibt's schliesslich verschiedene Altersgruppen. Natürlich gibt es das auch, dass zum Beispiel mal Komplexe auftauchen können, wenn man sehr im Fokus der Öffentlichkeit steht und auch in diesem Fokus älter wird. Das ist sicher etwas, was als Problem immer wieder mal auftauchen kann. Aber ich glaube, da muss man menschlich anders rangehen als zu sagen, das ist jetzt ein reines Problem der Schauspieler. Das ist ein Problem, dass man dann mit seinen eigenen Eitelkeiten in den Griff kriegen muss.

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Til, heute hast du eine Doppelplatin-DVD (Video) aus der Schweiz erhalten. Was hältst du davon? In der Schweiz war Teil 1 ein Grosserfolg!

Schweiger: Ja, das freut mich wahnsinnig! Weil ich die Schweiz sehr mag, Zürich ganz besonders. Und weil ich auch Freunde in Zürich habe. Und weil ich weiss, dass die Schweizer sich in ihrem Humor viel eher an England orientieren als an Deutschland. Dass dieser Film aus Deutschland dann in der Schweiz so erfolgreich ist, freut mich ganz besonders.

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Vielleicht noch ein Satz zu deinen Kindern, die ja im Film mitgespielt haben. Welche Regieanweisungen hast du ihnen gegeben, wenn du plötzlich nicht mehr Papi, sondern der Regisseur (Video) am Set bist?

Schweiger: Ja, ich sag dann schon, worum es geht. Beziehungsweise, ich habe das auch vorher schon mit Emma geprobt. Nicht zu viel, damit es nicht die Spontanität verliert. Ich erwarte auch nicht, dass das Kind die Szene in einem durchspielt. Ich kreiere verschiedene Momente und setze das dann zusammen. Und sie hatte auch eine sehr geduldige, gute Partnerin. Es ist toll geworden. Das hat sie toll gemacht.

Darf sie den fertigen Film überhaupt sehen? Es hat ja doch einige nicht ganz jungendfreie Szenen drin.

Schweiger: Ja, meine Kinder wissen, wie sowas entsteht. Sie darf den Film auf jeden Fall sehen.

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