17.01.2019 06:55

Schüler ärgern sich«Das fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht»

Basler Schüler wollen für den Klimaschutz im Stadtzentrum demonstrieren. Nun steht die Route auf der Kippe, weil Touristen und Samstags-Shopper nicht tangiert werden sollen.

von
jd
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«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft raubt», skandierten etwa protestierende Schüler in Basel.

«Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft raubt», skandierten etwa protestierende Schüler in Basel.

20 Minuten/las
Sie besammelten sich gegen 11 Uhr auf dem Basler Barfüsserplatz und zogen durch die Innenstadt.

Sie besammelten sich gegen 11 Uhr auf dem Basler Barfüsserplatz und zogen durch die Innenstadt.

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Demonstrierende Schüler passieren das Basler Rathaus.

Demonstrierende Schüler passieren das Basler Rathaus.

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Die Schwedin Greta Thunberg (15) machte es vor und tausende Schüler rund um den Globus folgten ihrem Vorbild. Aus Protest und Sorge um die Umwelt schwänzte sie jeweils am Freitag den Schulunterricht und schaffte sich somit Gehör für ihr Anliegen: den Schutz des Klimas. Am 21. Dezember gingen bereits in vielen Schweizer Städten Schüler auf die Strasse und liessen dafür den Unterricht links liegen.

Am 2. Februar, einem Samstag, wollen die Basler Schüler erneut für das Klima demonstrieren und stellten dafür ein Gesuch bei der Polizei Basel-Stadt. Nun habe diese dem Organisationsteam einen Strich durch die Planung gezogen und die gewünschte Demo-Route nicht bewilligt, so die Klima-Schüler gegenüber 20 Minuten.

«Nur im Zentrum können wir Druck aufbauen»

«Die Demonstration sollte im Stadtzentrum stattfinden, dort wo wir gesehen werden, Aufmerksamkeit auf uns ziehen und den gewünschten politischen Druck aufbauen können», so Gymnasiastin Livia Benedict (16). Aus symbolischen Gründen sollte die Demonstration vor dem Rathaus vorbeiführen und auch die Mittlere Brücke wäre die Klima-Truppe gerne abgelaufen.

«Die Behörden verlegen die Demonstration nun in die Peripherie der Stadt», ärgert sich Benedict. «Man sagte uns, dass die Demonstration die einkaufende Bevölkerung und die Touristen stören würde. Das fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht.»

Route noch unklar

Die endgültige Route sei noch nicht definiert, um die Innenstadt müssen die Demonstranten am 2. Februar aber einen Bogen machen. Statt dem Zentrum müssen sie sich wahrscheinlich mit der Wettsteinbrücke und dem Münsterplatz zufrieden geben, so Benedict.

Dies sei sehr ärgerlich, zumal die Schüler bis anhin immer fürs Schwänzen an den Demo-Freitagen kritisiert wurden. «Nun haben wir die Demonstration extra auf einen Samstag verlegt, werden durch die neue Route aber isoliert», schliesst Benedict.

«Alle Interessen müssen berücksichtigt werden»

Toprak Yerguz, Mediensprecher der Polizei Basel-Stadt beschwichtigt: «Wir stehen mit den Organisatoren immer noch im Gespräch. Zurzeit ist noch nicht klar, wo der Demonstrationszug durchführen wird.»

Viele Faktoren müssen geprüft werden und spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Etwa ob parallel andere Veranstaltungen stattfinden würden. Berücksichtigt werden müssen die Interessen aller Beteiligten, nicht nur jene der Gesuchsteller, so Yerguz.

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