Im Test: Das Galaxy S5 ist sportlich und energiesparend
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Im TestDas Galaxy S5 ist sportlich und energiesparend

Test bestanden: Das neue Samsung-Flaggschiff ist wasserfest, hat integrierte Sport-Funktionen und verlängert mit dem Ultra-Energiesparmodus seine Betriebszeit erheblich.

von
ray

Im Test hält das Galaxy S5 vieles von dem, was Samsung bei der Lancierung des Geräts versprochen hat. Das schlanke Smartphone mit ultrascharfem 5,1-Zoll-Amoled-Bildschirm sieht zwar fast gleich aus wie das S4, hat mit der Kunstleder-Rückseite aber ein etwas edleres Äusseres erhalten. Eine umfassendere optische Auffrischung hätte dem seit dem S3 fast unveränderten Gehäuse trotzdem gutgetan.

In seinem Innern steckt ein 2,5-GHz-Quadcore-Prozessor, der das Gerät zu einem sehr schnellen Smartphone macht. Dies zeigt ein Benchmark-Test mit verschiedenen Apps, mit denen die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung gemessen werden kann. Mit der App Antutu Benchmark beispielsweise erreicht das Gerät 36'408 Punkte und lässt damit andere Geräte wie das Sony Xperia Z Ultra oder das LG G2 deutlich hinter sich.

Enttäuschendes Velo-Training

Doch Geschwindigkeit ist nicht alles, was zählt. Zu den anderen praktischen Eigenschaften des S5 gehört, dass das Gerät staub- und wasserresistent ist (gemäss IP67-Norm). Damit ist es zwar nicht 100-prozentig wasserdicht, geht aber nicht gleich kaputt, wenn es mal nass wird.

Diese Eigenschaft ist auch bei Sport und Outdoor-Aktivitäten nützlich, für die sich das Galaxy-Smartphone wegen seiner Fitness-Anwendungen sehr gut eignet. Integriert ist ein Schrittzähler, ein Pulsmesser, ein Kalorienzähler und Trainingsanwendungen für die Sportarten Laufen, Walking, Radfahren und Wandern.

Der Schrittzähler ist zwar relativ genau und auch die Distanz stimmt etwa, die Berechnung der verbrannten Kalorien hingegen können wir nicht verifizieren. Der Test auf dem Velo fällt jedoch enttäuschend aus. Bei der mit zwei anderen Geräten gemessenen Distanz von 4,1 Kilometern kommt das S5 nur auf 3,7 Kilometer. Zudem läuft der Schrittzähler dabei munter weiter, sodass während der kurzen Radfahrt rund 3600 Schritte dazukommen. Auf diese Weise kann man die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 10'000 Schritte pro Tag locker hinter sich bringen.

Verbesserte Kamera

Die neue 16-Megapixel-Kamera im S5 ist sehr schnell. Gemäss Samsung soll der Autofokus mit einer Reaktionszeit von nur 0,3 Sekunden der weltweit schnellste sein. In der Tat reagiert die Kamera blitzartig und fängt auch bewegte Sujets relativ scharf ein. Weitere Vorzüge der Kamera sind die zahlreichen Aufnahmemodi und die verbesserte HDR-Funktion (High Dynamic Range), mit der bei Dunkelheit bessere Bilder gelingen.

Videos können in Ultra-HD (3840 x 2160) aufgezeichnet werden. Filme in dieser gigantischen Auflösung kann man am Smartphone, das nur über ein Full-HD-Display verfügt, aber nicht in voller Pracht anschauen. Dafür braucht es schon einen 4K-Fernseher. Besitzt man noch keinen entsprechenden Bildschirm, hat man zurzeit nicht viel von der UHD-Videoauflösung. Zudem verbraucht man dabei sehr viel Speicher: Für eine Testaufnahme von 17 Sekunden waren ganze 103 Megabyte notwendig.

Brillantes Display, Energiesparmodus

Das Full-HD-Display mit Amoled-Technik zeigt Fotos und Grafiken in beeindruckender Qualität an. Das auf Bildschirme spezialisierte Portal Displaymate.com nahm den Screen des S5 unter die Lupe und ist zum Schluss gekommen, dass dieses der beste Bildschirm sei, den die Tester jemals in einem Smartphone geprüft haben. Besonders gelobt wurden die Bildqualität im Kino-Modus und die Helligkeit sowie die Farbgenauigkeit.

Doch so ein Bildschirm und auch die anderen leistungsstarken Komponenten verbrauchen viel Strom. Um die Betriebszeit einer Akku-Ladung zu verlängern, hat sich Samsung eine clevere Lösung ausgedacht: den Ultra-Energiesparmodus. Ist dieser aktiviert, verlängert sich die Standby-Zeit erheblich. Dabei werden fast alle Anwendungen deaktiviert, sodass man nur noch telefonieren und SMS schreiben kann. Der Bildschirm zeigt statt Farben nur noch Graustufen an. WLAN und Bluetooth werden ebenso abgeschaltet wie GPS. Möchte man einzelne Dienste trotzdem verwenden, lassen sie sich über die Einstellungen zum Ultra-Energiesparmodus hinzufügen.

Im Normalbetrieb ist die Akku-Betriebsdauer durchschnittlich. Der 2800-mAh-Akku liefert zwar viel Energie, doch reicht er in den ersten Tagen unseres Tests wie bei anderen Geräten bei intensiver Nutzung nur etwa einen Tag lang.

Spezialfunktionen

Neben der üblichen Funktionalität bringt das Galaxy S5 eine Reihe an Zusatzfunktionen mit, von denen einige ganz praktisch, andere eher unnötig sind. Beispielsweise der Fingerprint-Sensor, mit dem sich das Gerät entsperren lässt. Dieser funktioniert zwar gut, ist aber kaum sicherer als ein PIN-Code oder ein Passwort. Im Gegensatz zum iPhone S5, bei dem man den Finger lediglich auf den Sensor legen muss, ist es beim Samsung-Gerät erforderlich, dass man den Finger gleichmässig über den Sensor streicht.

Weiter gibt es einen Kindermodus, der nur vordefinierte Anwendungen zulässt, sowie einen Download-Booster, mit dem grosse Dateien schneller heruntergeladen werden können, indem WLAN und LTE gleichzeitig benutzt werden. Das bringt aber nur etwas bei Dateien, die grösser als 30 MB sind, zudem ist der Geschwindigkeitsunterschied kaum spürbar.

Eine Neuheit ist auch der Privat-Modus, mit dem Inhalte auf dem Gerät versteckt werden können. Dabei kann es sich um Fotos, Videos, Musik, Audio-Aufnahmen oder andere Dateien handeln. Dieser Bereich kann ebenfalls per PIN, Passwort, Identifikationsmuster oder Fingerabdruck gesichert werden.

Das Samsung Galaxy S5 wird mit Android 4.4.2 ausgeliefert. Am 11. April startet der weltweite Verkauf des Geräts. In der Schweiz kostet es mit 16 GB Speicherplatz 799 Franken.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

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