Penn und «El Chapo»: Das ganz und gar nicht geheime Treffen
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Penn und «El Chapo»Das ganz und gar nicht geheime Treffen

Sean Penn ist auf dem Weg zum Interview mit Drogenbaron «El Chapo». Er hat ein ungutes Gefühl. Zu Recht: Der mexikanische Geheimdienst beobachtet sie.

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kle

Die mexikanische Zeitung «El Universal» veröffentlichte zehn Fotos von Penn und der mexikanischen Schauspielerin Kate Del Castillo. Diese hatte dem Schauspieler den Kontakt zu Joaquín «El Chapo» Guzmán vermittelt. Die mit einem Teleobjektiv aufgenommenen Bilder stammten aus einer Akte des mexikanischen Geheimdienstes, schreibt das Blatt.

Demnach beobachteten mexikanische Agenten die Schauspielerin seit Oktober 2014. Sie wussten, dass sich Del Castillo regelmässig mit den Anwälten des Drogenbarons traf. Guzmán selbst sagte im August seinem Anwaltsteam, dass die 43-Jährige als Protagonistin in einem biografischen Film über sein Leben mitmachen solle. Del Castillo liess damals mitteilen, sie sei «zu allem bereit», was «El Chapo» benötige.

Fahnder auf die richtige Spur gebracht

Im vergangenen Oktober kam es schliesslich zum Treffen mit Kate Del Castillo, Sean Penn und «El Chapo» in Tamazula im mexikanischen Bundesstaat Durango. Aus Justizkreisen verlautete, dass Penns Reise die Fahnder auf die Spur des flüchtigen Guzmán gebracht hatte, dass dieser damals zunächst aber wieder entwischt sei.

Die Fotos scheinen diese Darstellung zu belegen. Sie sollen am 2. Oktober entstanden sein und zeigen, wie Penn und Del Castillo am Flughafen in Guadalajara ankommen und Männer begrüssen, die sie dann zu einem kleineren Flugfeld bringen. Von dort flogen sie in ein Dschungelcamp zu Guzmán, der im Juli des vergangenen Jahres aus einem Hochsicherheitsgefängnis entkommen war.

Penn nicht das Ziel der Überwachung

Am Freitag wurde Guzmán schliesslich geschnappt. Tags darauf veröffentlichte der «Rolling Stone» ein Interview Penns mit Guzmán. In dem Text berichtete der Schauspieler, er habe Angst gehabt, dass die Polizei ihn überwache – offensichtlich zu Recht. Ursprüngliches Ziel der Überwachung war aber nach Angaben von «El Universal» nicht der US-Schauspieler, sondern Del Castillo.

(kle/sda)

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