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WallisDas ganze Goms ist von der Aussenwelt abgeschnitten

Das Goms ist eingeschneit: Wegen Lawinengefahr sind die Strassen gesperrt, auch die Züge verkehren nicht mehr. Die Gemeinde Obergoms rechnet mit «mehrfachen grossen spontanen Lawinen».

von
Daniel Krähenbühl
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In den letzten Stunden ist in Ulrichen VS viel Schnee gefallen. 

In den letzten Stunden ist in Ulrichen VS viel Schnee gefallen.

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Die Zufahrtsstrassen sind wegen der hohen Lawinengefahr gesperrt. 

Die Zufahrtsstrassen sind wegen der hohen Lawinengefahr gesperrt.

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«Wir sind von der Aussenwelt abgeschnitten», sagt L.S.* (23), der im Dorf einige Ferientage verbringt. «Die Zufahrtsstrassen sind wegen der hohen Lawinengefahr gesperrt, auch der Zug fährt nicht mehr.»

«Wir sind von der Aussenwelt abgeschnitten», sagt L.S.* (23), der im Dorf einige Ferientage verbringt. «Die Zufahrtsstrassen sind wegen der hohen Lawinengefahr gesperrt, auch der Zug fährt nicht mehr.»

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Darum gehts

  • Das Oberwalliser Dorf Ulrichen ist von der Aussenwelt abgschnitten.

  • Die Zufahrtsstrassen sind gesperrt, die Züge verkehren bis auf weiteres nicht mehr.

  • Noch schneit es unaufhörlich weiter – wann mit einer Verbesserung der Situation gerechnet werden kann, ist nicht klar.

Ulrichen im Obergoms (VS) ist eingeschneit. «Wir sind von der Aussenwelt abgeschnitten», sagt L.S.* (23), der im Dorf einige Ferientage verbringt. «Die Zufahrtsstrassen sind wegen der hohen Lawinengefahr gesperrt, auch der Zug fährt nicht mehr.» Auf dem Perron liege mittlerweile ein Meter Schnee, auch die Strassen seien zugeschneit. «Und so wie es aussieht, schneit es noch eine Weile so weiter.»

Er selbst geniesse es, eingeschneit zu sein, sagt S. «Ich bin noch vier Tage hier in den Ski-Ferien und freue mich ob dem vielen Schnee.» Zumal er bereits Erfahrung gesammelt habe: «Bereits vor zwei Jahren war ich – auch in Ulrichen – für mehrere Tage eingeschneit.» Er werde sich die nächsten 24 Stunden mit Spazieren gehen und Netflixen vertreiben. «Viel mehr kann man momentan nicht machen – ausser vielleicht Schneeschaufeln.»

Die Polizei Wallis bestätigt auf Anfrage, dass die Hauptstrassen nach Ulrichen wegen hoher Lawinengefahr gesperrt sind. Aus dem gleichen Grund hat auch die Matterhorn-Gotthard-Bahn ihre Verbindungen auf der Strecke zwischen Niederwald und Oberwald eingestellt, sagt Sprecher Patrick Fux. «Das Problem ist nicht einmal die Schneemenge, sondern der starke Wind, der zu Schneeverwehungen führt und die Lawinengefahr erhöht.» Wann und ob die jeweiligen Streckenabschnitte freigegeben werden, entscheiden laut Fux die Behörden vor Ort. «Es ist gut möglich, dass die Strecken auch morgen noch geschlossen bleiben.»

«Noch nie so viel Schnee gesehen»

Die Lawinensituation wird auch von der Gemeinde Obergoms kritisch beobachtet: Da viel Neuschnee und Triebschnee auf eine ungünstige Altschneeoberfläche abgelagert werden, seien «zahlreiche grosse und mehrfach sehr grosse spontane Lawinen zu erwarten». Diese könnten bis in die Tallagen vorstossen, schreibt Obergoms Tourismus AG in einer Mitteilung.

Vom starken Schneefall sei derweil nicht nur das Obergoms betroffen, sondern das ganze Tal, sagt Patric Zimmermann, Gemeindepräsident von Obergoms. «Für uns ist das die beste Werbung – dass es so viel schneit, ist wunderschön.» Freude hätten auch die Anwohner und Gäste: «Kinder spielen und toben draussen auf der Strasse. Und gerade vorher habe ich mit vier Unterländern gesprochen, die hell begeistert waren», sagt Zimmermann. «Sie sagten mir, dass sie noch nie so viel Schnee gesehen hätten.»

Langlauf weiter möglich

Das Leben gehe derweil weiter, so Zimmermann. «Die Lebensmittelgeschäfte bleiben offen, zwischen Ulrichen Obergesteln sowie in Oberwald muss auch auf den Langlaufspass nicht verzichtet werden. Die Ersatzloipen sind auf der sicheren Seite des Tals geöffnet.»

Bedanken möchte sich Zimmermann bei den Mitarbeitern des Werkhofes, den Kantonsangestellten und den vielen privaten Schneeräumungsunternehmern vor Ort, die sich um die Schneeräumung kümmerten. Wie es weitergeht und wann die Zufahrtsstrassen wieder öffnen, sei aber schwer abzuschätzen. «Das hängt vom regionalen Sicherheitsstab an, deren Experten die Gemeinden in Bezug auf die Lawinensituation laufend informieren.» Die nächste Beurteilung sei am Donnerstagabend geplant.

*Name der Redaktion bekannt

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176 Kommentare
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Liothek

15.01.2021, 10:05

Das ist doch nichts ungewöhnliches =). Auch die gesamte Politische Gemeinde Arosa ist momentan von der Aussenwelt abgeschnitten. Ist halt nun mal so. Aber die Winterdienste sind in vollem Einsatz und geben ihr Bestes. Im sekundentakt stehen hier LKW bereit, welche den Schnee abtransportieren. Wirklich Top!

Mario Noia

15.01.2021, 09:20

Wo bleibt die uns schon lange versprochene Klimaerwährmung???

Alfred A.

15.01.2021, 07:36

Die Gomser sind sich Solches gewöhnt. Etwas mehr Schnee als üblich wird sie nicht sonderlich aus der Ruhe bringen.