«Das ganze Dorf trauert»
Aktualisiert

«Das ganze Dorf trauert»

Tragisches Ende von Skiferien
in Splügen GR: Zwei Studentinnen kamen in den Flammen ums Leben. Der Gemeindepräsident war beim Drama vor Ort und schildert, wie Studenten ins brennende Chalet stürzen wollten, um ihre Kolleginnen zu retten.

Zehn Studenten und fünf Studentinnen der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Aarau verbrachten ihre Skiferien gemeinsam im Bündner Wintersportort Splügen. Doch die Idylle nahm in der Nacht auf Dienstag ein abruptes Ende: Im zweiten Stock des aus Stein und Holz gebauten Chalets im Dorfkern brach aus bisher noch unbekannten Gründen ein Feuer aus.

13 Personen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Für zwei 24-jährige Frauen, eine Walliserin und eine Tessinerin, kam die Hilfe der Feuerwehr jedoch zu spät: Sie kamen in der Feuerhölle ums Leben. Zwei weitere Studenten erlitten leichte Rauchvergiftungen.

Die Flammen griffen via Dachstock auf zwei weitere rund 250 Jahre alte Holzchalets über. Zwei Familien konnten sich jedoch unverletzt in Sicherheit bringen. Alle drei Häuser brannten in den oberen Stockwerken vollständig aus.

Die Studenten wurden vom Care Team Graubünden vor Ort betreut. «Sie reis-

ten am Nachmittag zurück und wurden ihren Familien übergeben», so Jacqueline Keller Borner, Sprecherin der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Die Schulleitung zeigte sich bestürzt: Er drücke den Angehörigen sein Beileid aus, so Richard Bührer, FHNW-Direktionspräsident.

Gemeindepräsident: «Es herrschten grosses Chaos und Panik»

Der Gemeindepräsident von Splügen, Walter Mengelt, war beim Drama vor Ort. «Ich stand um 1.30 Uhr auf, weil ich auf die Toilette musste. Da sah ich den Brand», sagte er gestern zu 20 Minuten. Sofort alarmierte er die Feuerwehr und zog los.

Bei der Ferienwohnung angekommen sah er dann Dramatisches: «Die Studenten standen bereits vor dem Chalet. Es herrschten ein grosses Chaos und Panik», erzählt Mengelt. «Als dann klar wurde, dass sich noch zwei Studentinnen im Haus befanden, wollten einige nochmals hineingehen, um ihre Kolleginnen zu retten – aber es war nicht mehr möglich, das Haus stand bereits in Vollbrand.»

Glücklicherweise sei das Care Team sehr schnell vor Ort gewesen und hätte die jungen Personen in eine Wohnung mitgenommen und betreut. «Das ganze Dorf trauert», so der Präsident der 450-Seelen-Gemeinde.

nm

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