Vor 10 Jahren wurde Al-Qaida Chef Osama Bin Laden von Robert J. O'Neill getötet
Aktualisiert

Tötung von Osama Bin Laden «Das Ganze hat weniger als eine Sekunde gedauert»

Vor zehn Jahren wurde der Al-Qaida Anführer Osama Bin Laden erschossen. Der Schütze spricht über die Geschehnisse in Pakistan.

von
Philippe Coradi
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Bis 2012 war er Mitglied der Navy Seals. Eine seiner Missionen führte Robert O’Neill auf die Suche nach Osama Bin Laden.

Bis 2012 war er Mitglied der Navy Seals. Eine seiner Missionen führte Robert O’Neill auf die Suche nach Osama Bin Laden.

imago images/ZUMA Wire

Darum gehts

  • Vor zehn Jahren wurde Osama Bin Laden von den amerikanischen Streitkräften aufgespürt und erschossen.

  • Der Schütze – Robert J. O'Neill – war sich sicher, dass er von dieser Mission nicht mehr nach Hause zurückkehren würde.

  • Die genauen Umstände um den Tod des Terroristen werden unterschiedlich beschrieben.

«Ich habe ihm dreimal in den Kopf geschossen. Oh, das Ganze hat weniger als eine Sekunde gedauert. Er war sofort tot.» Robert J. O'Neill gilt als der Soldat, der Osama Bin Laden vor zehn Jahren getötet hatte.

«Wenn es zu einem Feuergefecht kommt, gewinnen wir»

Am 2. Mai 2011 suchte eine Einheit der Navy Seals anhand Informationen der CIA im pakistanischen Abbotabad nach dem Al-Qaida-Führer und Organisator der Terroranschläge vom 11. September 2001. In einem Interview mit der Zeitung «Bild» schildert O’Neill den Vorgang nach seinen eigenen Ansichten wie folgt: «Unsere CIA-Analysten hatten uns gesagt, dass wir in dem Haus auf diese und jene Person treffen werden. Und da sind wir. Immer wieder wird geschossen. Und es stellt sich heraus: Wir können das deutlich besser. Es ist einfach so: Wenn es zu einem Feuergefecht kommt, gewinnen wir. So einfach ist das.»

Vor Mission Abschiedsbrief geschrieben

Noch im Treppenhaus trifft der damals 35-jährige Soldat auf Osamas Sohn Khalid, der im Feuergefecht stirbt. Und als er Osama begegnet, gehen ihm noch Gedanken durch den Kopf: «Er ist älter als ich dachte. Er ist deutlich schmaler. Und grösser als ich dachte. Aber das ist er.» Er habe sich nicht ergeben wollen, O’Neill hält ihn für einen möglichen Selbstmordattentäter und drückt dreimal ab.

Eigentlich war sich Robert J. O'Neill sicher, dass er von dieser Mission nicht mehr zurückkehren würde. «Ich habe an meine Eltern, meine Frau und meine Kinder einen Abschiedsbrief geschrieben. Einen Brief an jeden.»

Als Held verstehen will er sich nicht. «Nein! Die Helden sind die Menschen, die ihn gefunden haben. Die Piloten. Die Rettungskräfte, die jetzt gerade in der Covid-Pandemie helfen. Helden sind Menschen, die rausgehen und anderen helfen. Ich bin kein Held. Ich bin nur ein Typ, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand», zitiert ihn «Bild».

Genaue Umstände unklar

Der konkrete Ablauf um den Tod von Osama Bin Laden wird je nach Betrachter unterschiedlich beschrieben. Bereits 2012 veröffentlichte ein anderer Soldat von dieser Mission unter dem Pseudonym Mark Owen das Buch «No Easy Day». In diesem wird beschrieben, dass ein weiterer Soldat im Hintergrund den ersten Schuss auf Bin Laden getätigt habe. Und dieser «Point Man» habe nicht vor, jemals an die Öffentlichkeit zu treten. O’Neill schied 2012 nach 16 Dienstjahren aus der Armee aus und betätigte sich als Motivationsredner.

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