03.08.2014 21:13

Osamas Waffe und Agenten-Gadgets

Das Geheim-Museum der CIA

Osama Bin Ladens Sturmgewehr und viel Geheimgerät - darunter eine ferngesteuerte Libelle - zieren das CIA-Museum in Virginia. Die Öffentlichkeit muss aber draussen bleiben.

von
sut

Wer hätte geahnt, dass der berühmte US-Geheimdienst ein eigenes Museum unterhält? Die Website der Central Intelligence Agency (CIA) enthält zwar einen Link auf das hauseigene Depot von Beweisstücken früherer Erfolge. Doch Besucher des Hauptquartiers in Langley, Virginia, kriegen davon nichts mit - denn das CIA-Museum ist nur für Insider.

Für Yahoo! News machte der Geheimdienst unlängst eine Ausnahme. Ein Reporter durfte die 1300 Quadratmeter umfassenden Galerien durchqueren, wo die CIA 800 Objekte ausstellt. Laut dem Bericht waren stets Aufpasser dabei und weiterführende Türen blieben abgesperrt.

Sammlung in klimatisierten Lagern

Stolz ist die CIA auf Beweise für ihre grossen Erfolge, allen voran den Sturm auf Osama Bin Ladens Anwesen vom Herbst 2011. An der Wand des Museums hängt das Sturmgewehr, das der Al-Kaida-Führer bei sich hatte, als CIA-Spezialtruppen sein Refugium im pakistanischen Abottabad stürmten. Das Museum verfügt auch über ein Trainingshandbuch der Al Kaida mit angesengten Seiten.

Laut Website regte der damalige CIA-Direktor William Colby 1972 die Schaffung eines Museums an. Die heutigen Räumlichkeiten wurden 1980 eingerichtet und werden seit 15 Jahren von der Kuratorin Toni Hiley verwaltet. Zur Sammlung gehören 18'000 nicht ausgestellte Artefakte, die in klimatisierten Lagerräumen untergebracht sind.

Libelle, hohler Rattenbauch und Gloria-Gemälde

Zu den interessanteren Exponaten zählt eine ferngesteuerte Libelle, die als Vorläuferin von Drohnen gelten kann. Und im hohlen Bauch einer ausgestopften Ratte deponierten Agenten geheime Botschaften. Bemerkenswert ist auch, dass der CIA eine Schlüsselszene für die im Film «Argo» nacherzählte Befreiung von fünf Amerikanern aus dem Iran nach der Islamischen Revolution von 1979 von einem Kunstmaler verewigen liess: Das Gemälde zeigt CIA-Experten bei der Herstellung gefälschter Ausweispapiere. Einer der Fälscher ist nur von hinten zu sehen, weil seine Identität immer noch geheim gehalten wird.

Wie nicht anders zu erwarten, interessiert sich das Museum nur für Erfolge der CIA. Fehlleistungen wie die gescheiterte Invasion Kubas in der Schweinebucht-Episode von 1961 bleiben ebenso unerwähnt wie die falsche Einschätzung vor dem Irak-Krieg von 2003, der damalige Machthaber Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Dafür ehrt das Museum die gefallenen CIA-Mitarbeiter mit über 100 Sternen an einer Gedächtnismauer. Laut Yahoo! News ist bei 31 von ihnen nicht zu erfahren, für wen sie stehen: Die Identität mancher CIA-Agenten bleibt auch nach dem Tod geheim.

So berichtet Yahoo! News über das CIA-Museum:

(Quelle: Yahoo! News)

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