03.11.2014 16:38

Atari: Game overDas Geheimnis der vergrabenen «E.T.»-Games

Am 20. November feiert ein Film über den Niedergang von Atari Premiere. Ausserdem sollen Hunderte in den 80er Jahren verscharrter «E.T.»-Spiele versteigert werden.

von
pst

Die Dokumentation über die Ausgrabung unzähliger «E.T.»-Spielmodule in der Mülldeponie von Alamogordo, New Mexico, wird noch diesen Monat online geschaltet. Das gab der Regisseur der Doku, Zak Penn («Fantastic Four»), über Twitter bekannt. Wer ein Gold-Abo für seine Xbox-Live-Mitgliedschaft besitzt, kann sich den Fim ab Ende November zu Gemüte führen.

Die verscharrten Cartridges und ihre Ausgrabung respektive das Filmprojekt sorgten vergangenen Frühling für Schlagzeilen. Allerdings rollt die von Microsoft produzierte Doku nicht nur diese Geschichte auf, sondern zeichnet Ataris Aufstieg und den durch das «E.T.»-Desaster bedingten Niedergang des Unternehmens nach.

Die Dokumentation sollte eigentlich den Startpunkt eines neuen Unterhaltungsprogramms auf Xbox Live markieren. Verantwortlich für die Produktion künftiger Inhalte hätten die Xbox Entertainment Studios sein sollen. Aufgrund von Sparmassnahmen und der von Microsoft-Boss Satya Nadella angekündigten stärkeren Fokussierung auf den Aspekt Gaming an sich hat der Konzern die Entertainment Studios jetzt allerdings dichtgemacht. Damit endet der Versuch, mit eigens produzierten Serien und Dokus die beiden Konsolen Xbox 360 und Xbox One als multimediale Plattformen zu stärken, bereits nach Fertigstellung der ersten Produktion.

«E.T.» als Relikt und zum Ersteigern

Unterschiedlichen Quellen zufolge war Atari auf bis zu vier Millionen Einheiten des für das Atari-2600-Game-System entwickelten «E.T.»-Games sitzen geblieben. Einen Teil der überschüssigen Steckmodule hatte Atari daraufhin auf einer Mülldeponie in der Wüste New Mexicos vergraben. Microsoft beteiligte sich an der Ausgrabung der Cartridges und Regisseur Penn produzierte die dazugehörige Dokumentation für Xbox Live.

Ein Teil der wieder ans Tageslicht geforderten «E.T.»-Games ist jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Das 2013 eröffnete Video Game Museum (VIGAMUS) in Rom stellt im Rahmen der Ausstellung «E.T. The Fall. I Tesori Sepolti Di Atari» Fundgegenstände aus dem «Atari-Grab» aus. Darunter befinden sich nicht nur «E.T.»-Steckmodule, sondern auch andere verbuddelte Games wie «Centipede», «Asteroids» und «Defender» sowie Computerteile des Atari VCS, wie die Tech-Site polygon.com berichtet.

TV-Spot zu «E.T. the Extra-Terrestrial» (Video Youtube/The Museum of Classic Chicago Television)

Bereits im September hatte die Stadt Alamogordo angekündigt, Hunderte der ausgegrabenen «E.T.»-Module veräussern zu wollen. Ein Teil davon sollte als Leihgabe direkt an verschiedene Museen auf der ganzen Welt verteilt werden, der Rest soll ab heute über Ebay versteigert werden. Ob die Stadt, der die ausgegrabenen Cartridges offiziell gehören, mit dem Verkauf viel einnehmen wird, ist unsicher. Das «E.T.»-Game gibts auf Ebay gleich mehrfach zu kaufen, teils für nicht mal einen Dollar. Allerdings stammen die von Privatpersonen angebotenen Cartridges nicht aus der Mülldeponie von Alamogordo. Wer sich ein Original-«E.T» aus der Wüste New Mexicos ersteigern will, kann das ab sofort tun. Eine Garantie auf die Funktionstüchtigkeit des Titels gibts allerdings nicht.

«E.T. The Extra-Terrestrial» für Atari 2600 (Video: Youtube/Toa d)

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