Hoffmans Tod: Das Genie und die Drogen
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Hoffmans TodDas Genie und die Drogen

Schauspieler Philip Seymour Hoffman machte zu Lebzeiten kein Geheimnis aus seinen Drogenproblemen. Der Tod des Familienvaters an einer Überdosis kam trotzdem überraschend.

von
mor

Er galt lange als Ikone des amerikanischen Independent-Kinos, dann gelang ihm in der Rolle des Truman Capote der grosse Durchbruch. Doch Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman kämpfte mit Drogenproblemen. Nun starb der Charakterdarsteller mit 46 Jahren in New York.

Der Schauspieler wurde am Sonntag, den 2. Februar 2014, tot in einer Wohnung in Manhattan gefunden, wie die New Yorker Polizei der Nachrichtenagentur DPA mitteilte. Der überraschende Tod des Schauspielers wirft viele Fragen auf. Am Montag sollte eine Autopsie durchgeführt werden, teilte einer Sprecherin der New Yorker Gesundheitsbehörde, die Todesfälle untersucht, dem Sender CNN mit.

US-Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, dass der Schauspieler an einer Überdosis Drogen gestorben sei. In seinem Arm habe eine Injektionsnadel gesteckt, hiess es auf CNN. Zudem seien Beutel mit einer Substanz gefunden worden, bei der es sich um Heroin handeln soll. Dies berichtete auch die «New York Times». Ein Freund und Kollege, Drehbuchautor David Bar Katz, habe Hoffmans leblosen Körper gefunden und die Polizei alarmiert, meldete die Zeitung.

Drogenprobleme bekannt

Der dreifache Familienvater hatte in früheren Interviews offen über seine Drogenprobleme gesprochen. Zuletzt hatten US-Medien im vergangenen Mai geschrieben, der Schauspieler sei in einer Entzugsklinik gewesen, zuvor war er 23 Jahre clean gewesen. Hoffman habe wieder begonnen, verschreibungspflichtige Pillen zu nehmen und schliesslich Heroin zu schnupfen. Die Droge konsumierte Hoffman damals eine Woche lang, bevor er realisierte, dass er Hilfe braucht. Der Schauspieler ging im Frühling 2013 für zehn Tage in eine Entzugsklinik, die er am 24. Mai wieder verlassen konnte. Jedoch erlitt er nun einen Rückfall.

«Dies ist ein tragischer und plötzlicher Verlust», hiess es in einer Mitteilung von Hoffmans Familie. Nach dem Tod ihres «geliebten Phil» sei sie am Boden zerstört. Die Angehörigen baten um Respekt und Wahrung ihrer Privatsphäre während der Trauerphase. Mit seiner langjährigen Partnerin, der Kostümbildnerin Mimi O'Donnell, hat Hoffman drei Kinder.

2006 hatte Hoffman den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Truman Capote gewonnen. Zuletzt war er in Filmen wie «The Master» und «The Hunger Games» zu sehen. Erst im vergangenen Jahr war der Amerikaner erneut für den begehrtesten Filmpreis der Welt nominiert: als bester Nebendarsteller im Streifen «The Master».

«Niederschmetternd»

Unter Freunden und Weggefährten löste die Nachricht von Hoffmans Tod grosse Bestürzung und Anteilnahme aus. Sänger Justin Timberlake schrieb auf Twitter: «Niederschmetternd. Welch ein aussergewöhnlich begabter Schauspieler. Ruhe in Frieden.»

«Ich bin sprachlos. Es ist einfach schrecklich», sagte George Clooney, Hoffmans Co-Star in dem Politdrama «Ides of March», dem «Hollywood Reporter». «Unglaubliches Talent. Die Künstlergemeinde hat ein wahres Schauspielgenie verloren», pflichtete Channing Tatum auf Twitter bei.

Nach dem Studium kam die Abhängigkeit

An der Universität von New York schloss Hoffman 1989 ein Schauspielstudium ab, obwohl er eine Weile mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen hatte. 1991 startete er seine Leinwandkarriere in dem Independent-Film «Triple Bogey on a Par Five Hole».In «Boogie Nights» von Paul Thomas Anderson spielte er 1997 an der Seite von Mark Wahlberg und wurde einem breiteren Publikum bekannt. Ein Jahr später war Hoffman in «The Big Lebowski» der Coen-Brüder zu sehen.

Meistens spielte er unglückliche, einsame Männer und schreckte dabei auch nicht vor drastischen Szenen zurück. Gefeiert wurde er auch für seine Rollen in «The Talented Mr. Ripley», «Moneyball» und zuletzt in «The Hunger Games: Catching Fire». Neben seiner Filmkarriere spielte er weiterhin regelmässig Theater.

Meistens spielte er unglückliche, einsame Männer und schreckte dabei auch nicht vor drastischen Szenen zurück. Gefeiert wurde er auch für seine Rollen in «The Talented Mr. Ripley», «Moneyball» und zuletzt in «The Hunger Games: Catching Fire». Neben seiner Filmkarriere spielte er weiterhin regelmässig Theater.

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