Toi Toi und Co. - Das Geschäft mit mobilen WCs boomt
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Toi Toi und Co.Das Geschäft mit mobilen WCs boomt

In der Schweiz sind knapp 30’000 mobile Toilettenhäuschen im Einsatz. Corona hat der Branche zwar geschadet. Doch die Pandemie bietet auch Chancen, sagen Schweizer Firmen.

von
Marcel Urech
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Das Geschäft mit mobilen Toiletten brummt. 

Das Geschäft mit mobilen Toiletten brummt. 

Tamedia/Thomas Egli
Denn die Anbieter von mobilen WCs profitieren vom guten Geschäft auf den Schweizer Baustellen.

Denn die Anbieter von mobilen WCs profitieren vom guten Geschäft auf den Schweizer Baustellen.

Kompotoi
In der Pandemie setzen Baustellen aus Vorsicht lieber mal auf ein WC mehr, sagt Jojo Linder, Mitgründer des Zürcher Anbieters Kompotoi.

In der Pandemie setzen Baustellen aus Vorsicht lieber mal auf ein WC mehr, sagt Jojo Linder, Mitgründer des Zürcher Anbieters Kompotoi.

Kompotoi

Darum gehts

Der Baubranche geht es in der Schweiz trotz Corona gut. Das spüren auch die Anbieter von mobilen Toilettenlösungen. Sie sind stark im Aufwind – obwohl diesen Sommer fast alle Festivals ausgefallen sind.

Toi Toi ist fast zwei Milliarden Euro wert

In der Schweiz am bekanntesten ist die Marke Toi Toi. Das Unternehmen Toi Toi & Dixi ist laut «Handelsblatt» 1,5  bis 2 Milliarden Euro wert. Mehr als doppelt so viel wie vor drei Jahren, als die britische Apax die Firma für 800 Millionen Euro aufgekauft hat. Zu den aktuellen Verkaufsgerüchten will die Firma nichts sagen.

Den Aufschwung spürt auch Condecta. Obwohl Events und Open-Airs ausfallen, floriere das Geschäft. Wenn der Bau boome, steige auch die Nachfrage nach Toilettenlösungen. Condectas Produkte seien zu 80 Prozent auf Baustellen aufgestellt, die restlichen 20 Prozent seien auf Events, in der Industrie und bei Privaten.

Jojo Linder, Mitgründer des Zürcher Anbieters Kompotoi, bestätigt den Boom: In der Pandemie nutzten die Baustellen vorsichtshalber lieber mal ein WC mehr. Letzten Sommer sei man ausgebucht gewesen. Kompotoi vermietet Holztoiletten, die laut Linder angenehmer als die herkömmlichen Plastik- und Chemietoiletten sind.

30’000 mobile WCs in der Schweiz

Wegen Corona habe die Firma zwar fast 60 Prozent des Umsatzes verloren. Bei den WCs für Gemeinden und öffentliche Plätze wachse das Geschäft aber. Kompensiert habe das den Wegfall allerdings nicht. Im Gegenteil: Ohne das Corona-Darlehen des Bundes wäre es hart geworden, erklärt Linder.

Mit den Lockerungen der Massnahmen sollte es nun aber wieder aufwärts gehen. In der Schweiz sind aktuell knapp 30’000 mobile Toilettenlösungen im Einsatz, sagt der Mitgründer des Zürcher Unternehmens. Rund 400 davon seien Komposttoiletten von Kompotoi.

Neue Vorschriften kurbeln Geschäft an

Auch Asa-Service, ein Anbieter von mobilen WCs aus St. Gallen, spürt die Folgen der Pandemie. Man habe wegen Corona rund 95 Prozent der Aufträge im Event-Bereich verloren, sagt Philippe Brunner, der für die Mobiltoiletten verantwortlich ist.

Gleichzeitig profitiere das Unternehmen aber auch von neuen Vorschriften auf den Baustellen. Einige lassen ihre WCs nun zum Beispiel zweimal statt bloss einmal pro Woche reinigen. In seiner Abteilung seien rund 80 Prozent der Monteure auf Baustellen tätig. Und da laufe das Geschäft sehr gut, sagt Brunner.

«Gebaut wird immer»

Aktuell seien über 1000 mobile WCs von Asa-Service auf Baustellen im Einsatz. Normalerweise seien es um diese Zeit rund 700. Am besten laufe das Geschäft im September und Oktober.

Laut Brunner nutzen auch immer mehr private Baustellen und Architekten mobile WCs. Für die Zukunft ist er optimistisch: Der Branche gehe es gut – «gebaut wird immer». Der Markt sei gesättigt und hart umkämpft. Neue Mitbewerberinnen und Mitbewerber werde es darum wohl nicht geben. 

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