Stellenabbau bei Electrolux : Das Glarnerland verliert 80 Stellen
Aktualisiert

Stellenabbau bei Electrolux Das Glarnerland verliert 80 Stellen

Der Haushaltsgeräte-Hersteller Electrolux will in Schwanden ein Drittel der Arbeitsplätzen abbauen. Der Grund: Die im Glarnerland fabrizierten Produkte sind zu teuer.

Insgesamt beschäftigt Electrolux Schweiz über 900 Mitarbeitende.

Insgesamt beschäftigt Electrolux Schweiz über 900 Mitarbeitende.

Peter Barandun, der Verwaltungsratspräsident von Electrolux Schwanden AG, bezeichnet den geplanten Abbau von 80 Stellen im Kanton Glarus als «schmerzlich». Er sei aber notwendig für den Erhalt des Produktionsstandortes Schwanden.

Nach Angaben des Haushaltsgeräte-Herstellers ist die Fertigung in Schwanden international nicht mehr konkurrenzfähig. Die Exporte seien in kurzer Zeit um über 70 Prozent eingebrochen. Electrolux will die Produktion deshalb auf eine neue Basis stellen und in Schwanden vor allem hochwertige Produkte für den Schweizer Markt herstellen.

Electrolux Swissline

Electrolux will die Fabrikation in Schwanden neu ausrichten und sich auf das Premium-Segment konzentrieren. «Dank der Neuausrichtung werden die Geräte unserer Premium-Marke Electrolux Swissline auch künftig aus Schweizer Produktion stammen», wird Barandun in der Mitteilung vom Montag zitiert.

Damit die Kosten in Schwanden gesenkt werden können, sollen die operativen Prozesse mit dem Produktionswerk im deutschen Rothenburg zusammengeführt werden. Administrativ ist für beide Standorte in Zukunft Rothenburg zuständig.

Schweiz bleibt wichtiger Markt

Barandun ist es gemäss eigenen Angaben besonders wichtig, «dass wir mit den geplanten Massnahmen einer Mehrheit der Mitarbeitenden in Schwanden eine Zukunft bei uns geben können». Von der Entlassung betroffene Mitarbeitende will Electrolux bei der beruflichen Neuorientierung mit einem fairen Sozialplan und weiteren Massnahmen unterstützen. Nach Möglichkeit sollen ihnen Arbeitsplätze innerhalb der Gruppe angeboten werden.

Die Schweiz bleibt für den schwedischen Konzern ein wichtiger Markt. In Sursee LU hat Electrolux eigenen Angaben zufolge in den letzten zwei Jahren über 30 Mio. Fr. investiert. Insgesamt beschäftigt Electrolux Schweiz über 900 Mitarbeitende.

(sda)

Electrolux spart auch an anderen europäischen Standorten

Electrolux baut nicht nur in Schwanden Arbeitsplätze ab. Ein Sparprogramm der schwedischen Konzernmutter wegen der unverändert schwierigen Marktlage in Europa trifft auch Werke in Schweden und Frankreich.

Besonders stark spüre Electrolux den Absatzrückgang in Skandinavien, Südeuropa und den Benelux-Ländern. «Die Marktsituation in Europa dürfte zunächst schlechter werden, bevor sie sich verbessert», sagte Electrolux-Chef Keith McLoughlin.

«Wir begrenzen die negativen Auswirkungen, indem wir neue Produkte herausbringen und die Kosten senken.» Der Umbau der Produktion in Europa werde allerdings im vierten Quartal zunächst zu Kosten von einer Milliarde Kronen (umgerechnet rund 140 Mio. Franken) führen.

Auch in Nordamerika laufe das Geschäft schlecht, teilte das schwedische Unternehmen am Montag mit. Für 2012 geht der Konzern dort noch von einer um ein Prozent geringeren Nachfrage aus. Bislang hatte der weltweit zweitgrösste Haushaltsgerätehersteller einen Anstieg um zwei Prozent erwartet.

Für das dritte Quartal gab Electrolux einen um 33 Prozent höheren Gewinn von 1,46 Milliarden Kronen (206 Mio. Franken) bekannt, was etwa den Erwartungen der Branchenanalysten entsprach. (SDA)

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