Aktualisiert 14.11.2011 20:26

ZAGREBDas Glück hat «Guus Geluk» verlassen

Nach dem 0:3-Debakel im Barrage-
Hinspiel gegen Kroatien sind die Tage von Guus Hiddink als Trainer der Türkei gezählt. Berti Vogts soll ihn beerben.

von
Andy Huber
Nach der 0:3-Pleite gegen Kroatien steht Türkei-Trainer Guus Hiddink vor der Entlassung. (Keystone)

Nach der 0:3-Pleite gegen Kroatien steht Türkei-Trainer Guus Hiddink vor der Entlassung. (Keystone)

Vor einer Woche hatte Hiddink von seinen Spielern noch eine Torte zum Geburtstag gekriegt, nun prügeln alle auf den un­geliebten Holländer ein. «Hiddink, das Ende», verkündete das Blatt «Star» und prophezeite, dass er nach dem morgigen Rückspiel in Zagreb ge­feuert werde. Tatsächlich hat es Hiddink nicht geschafft, die türkische Nationalmannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Stand das Team vor dreieinhalb Jahren noch im EM-Halbfinal gegen Deutschland, ging es in letzter Zeit nur noch bergab. Nach dem Scheitern in der Quali für die WM 2010 verpassen die Türken nun wohl das zweite grosse Turnier hinter­einander. Nicht einmal «Guus Geluk» (dt. Glück), diesen Übernamen bekam Hiddink dank toller Er­folge in der Vergangenheit mit Südkorea und Australien, glaubt noch daran, die 0:3-Pleite wettmachen zu können: «Wir spielen um die Ehre. Normalerweise ist es vorbei.»

Vorbei ist offenbar auch die Amtszeit von Hiddink, der 380 000 Euro pro Monat kassiert. Am Bosporus, der nicht nur durch das EM-Out, sondern auch durch den Kor­ruptionsskandal in der heimischen Liga erschüttert wird, soll gemäss Presseberichten jedenfalls Vogts dem türkischen Fussball wieder zu Ansehen verhelfen. Der Deutsche, der morgen mit Aserbaidschan bei Union Berlin einen Test bestreitet, gibt sich zugeknöpft. Er habe einen Vertrag bis Ende Jahr und könne das nicht kommentieren. In den letzten Monaten waren in der Türkei aber immer wieder Gerüchte über sein Engagement aufgekommen. Und der Weltmeister von 1974 hat sich in der Türkei viel Respekt verschafft, als er mit Aserbaidschan in der EM-Quali im letzten Oktober gegen Hiddinks Mannen 1:0 gewann.

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