Bhutan: Das glücklichste Land der Welt verdreifacht seine Tourismus-Gebühr

Bhutan öffnet im September erstmals nach der Pandemie seine Grenzen für Reisende wieder und verdreifacht dabei die Tourismusgebühren.

Bhutan öffnet im September erstmals nach der Pandemie seine Grenzen für Reisende wieder und verdreifacht dabei die Tourismusgebühren.

unsplash/Adli Wahid
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200 Franken pro NachtDas glücklichste Land der Welt verdreifacht seine Tourismus-Gebühr

Bhutan öffnet nach über zwei Jahren seine Grenzen wieder für Reisende und verlangt neu eine Gebühr von 200 Franken pro Nacht. Auch in Venedig musst du ab 2023 für einen Besuch zahlen.

von
Laura Zygmunt

Weltenbummlerinnen und -bummler aufgepasst: Das Reiseziel Bhutan in Südasien öffnet am 23. September seit über zwei Jahren erstmals wieder seine Grenzen für Touristinnen und Touristen. Doch eine Reise in das glücklichste Land der Welt (hier setzt man statt wie sonst überall auf das Bruttoinlandsprodukt auf das sogenannte Bruttonationalglück und misst die Zufriedenheit der Bevölkerung) kommt mit einem saftigen Preis. Denn Bhutan hat seine Tourismusgebühr verdreifacht und verlangt ab sofort 200 Franken pro Nacht.

Was fasziniert dich an Bhutan am meisten?

Das Königreich lässt sich offiziell erst seit den 1970er-Jahren bereisen und verfolgt den touristisch einzigartigen Ansatz, nur eine begrenzte Anzahl Besuchende im Land zu empfangen. Hauptgrund dafür ist neben der limitierten Anzahl an touristischen Unterkünften und Flügen, dass Bhutan so dem Massentourismus entgegenwirken und seine Natur bewahren möchte.

Damit diese Rechnung jedoch aufgeht, mussten Reisende bis vor der Pandemie einen Mindestpauschalbetrag von 240 Franken pro Tag bezahlen. Darin enthalten waren Unterkunft, Mahlzeiten, eine obligatorische Reiseleitung sowie eine Tourismusgebühr für nachhaltige Entwicklung von rund 65 Franken.

200 Franken pro Nacht für das Klima

Doch genau letztere Gebühr wird jetzt massiv erhöht. Denn mit der Wiederöffnung des Landes für Touristinnen und Touristen hat die bhutanische Regierung die Abgabe von 65 Franken auf rund 200 Franken pro Nacht gesetzt. Das Geld wird dazu verwendet, den Tourismus klimaneutral zu gestalten und diesen Sektor des Landes nachhaltiger aufzubauen. Bhutan spürt bereits jetzt die Auswirkungen der Klimakrise und ist häufigeren Regenfällen sowie Überschwemmungen ausgesetzt.

Im Gegenzug fällt der Mindestpauschalbetrag von 240 Franken pro Tag weg und Reisende können ihre Unterkünfte, Restaurants und die Reiseleitung direkt über Anbietende vor Ort wählen und separat bezahlen.

Dr. Tandi Dorji, Aussenminister und Vorsitzender des Tourismusrates von Bhutan, sieht viele Vorteile darin: «Covid-19 hat es uns ermöglicht, unser Tourismuskonzept neu zu überdenken, sodass Bhutan nicht nur wirtschaftlich, sondern auch nachhaltig für die Zukunft gut aufgestellt ist. Langfristig ist unser Ziel, hochwertige Erlebnisse für unsere Besuchenden und gut bezahlte Arbeitsplätze für unsere Bürgerinnen und Bürger zu schaffen».

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Auch in Venedig zahlst du ab 2023

In eine ähnliche Richtung, wenn auch günstiger, geht es in Venedig. Die italienische Lagunenstadt verlangt ab 16. Januar 2023 eine Eintrittsgebühr. Das verkündete der Stadtrat von Venedig, Simone Venturini, Ende letzter Woche an einer Pressekonferenz. Bürgermeister Luigi Brugnaro bestätigt das neue Konzept auf Twitter.

Wenn du also künftig der historischen Innenstadt und den umliegenden kleinen Inseln einen Besuch als Tagesgast abstatten willst, bezahlst du zwischen drei und zehn Franken. Die Preise variieren je nach Nachfrage und Jahreszeit. Mit den Einnahmen sollen zuerst die Kosten für die Einführung des neuen Systems gedeckt und die Abfall-Steuern, genannt Tari, für die Einheimischen gesenkt werden.

Die italienische Stadt kämpft schon seit längerer Zeit mit Massenströmen an Touristinnen und Touristen und ist auf der Suche nach einer langfristigen Lösung. Mit dem neuen System will Venedig als erste Stadt der Welt den Tourismus regulieren und ein Gleichgewicht zwischen Übernachtungs- und Tagestouristen sowie Einheimischen herstellen. Es wird sich zeigen, ob sich der neue Ansatz bewährt und weitere Städte dem Beispiels Venedigs folgen.

Was hältst du davon, dass immer mehr Destinationen Tourismusgebühren verlangen?

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