Dank Rundumsicht: «Das Google-Auto fährt besser als jeder Mensch»

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Dank Rundumsicht«Das Google-Auto fährt besser als jeder Mensch»

Das selbstfahrende Auto hat erstmals den komplexen Verkehr in einer Stadt gemeistert. Spätestens in zwei Generationen soll das Computer-Auto das manuelle Fahren ablösen.

von
T. Bolzern

Fussgänger, die bei Rot über die Strasse gehen, Autos, die aus versteckten Einfahrten schlingern, und Velofahrer, die rasant die Fahrbahn kreuzen: «Der Stadtverkehr während der Rush-Hour kann selbst erfahrene Autofahrer ins Schwitzen bringen», schreibt Google im offiziellen Blog.

Seit 2010 arbeitet der Suchmaschinenriese an seinem autonomen Fahrzeug, das in Zukunft genau solche Situationen ohne Mühe - und vor allem ohne menschlichen Eingriff - meistern kann. «Das selbstfahrende Auto wird immer intelligenter und hat inzwischen gelernt, sich nahezu perfekt in der Stadt zu bewegen», so Stefan Keuchel, Mediensprecher von Google Deutschland.

Laut eigenen Aussagen hat das Team von Google in den letzten Monaten den entscheidenden Durchbruch erzielt: Das autonome Fahrzeug erkennt mittlerweile alle Schilder, stockenden Verkehr und berechnet sogar, mit welcher Wahrscheinlichkeit andere Verkehrsteilnehmer bei Rot über die Ampel rauschen.

64 Laser sind besser als zwei Augen

Obwohl der Strassenverkehr in der Stadt auf den ersten Blick chaotisch wirke, lasse er sich mit dem Computer gut berechnen. «Das Video belegt dies eindrucksvoll», kommentiert Keuchel den Clip auf Youtube. Möglich machen das mehr als 64 Laser, die am Google-Auto angebracht sind und aus der Umgebung in Echtzeit ein 3-D-Modell rendern. Selbst bei einer Baustelle hatte der computergesteuerte PKW keine Mühe: Das Auto konnte die temporäre Beschilderung erkennen und automatisch die Spur wechseln.

Mittlerweile hat das Auto schon 1,1 Millionen Kilometer zurückgelegt. Google ist davon überzeugt, dass der Computer besser fahren kann als ein Mensch: «Weil ein Computer nie müde, betrunken oder abgelenkt ist», so Keuchel. Bis die selbstfahrenden Autos mehr sind als nur ein teures Experiment, wird es aber noch eine Weile dauern. «Ich denke, spätestens für die Kinder unserer Kinder wird es aber normal sein, dass man nicht mehr selbst am Steuer sitzt», schreibt Keuchel.

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