Begehrter Gallensaft: Das grausame Leiden der Bären für die Medizin
Aktualisiert

Begehrter GallensaftDas grausame Leiden der Bären für die Medizin

Für die traditionelle chinesische Medizin ist die Bärengalle ein Wundermittel. Um das «flüssige Gold» den Tieren zu entziehen, müssen diese schmerzvolle Qualen durchstehen. Jetzt regt sich Widerstand gegen die umstrittene Praktik.

In China leiden etwa 10 000 Bären Höllenqualen für die traditionelle Medizin. Viele Menschen halten die flüssige Bärengalle für ein wahres Wundermittel, doch nun regt sich Widerstand gegen die brutalen Praktiken an den Tieren.

In China wachse der Unmut über das Abzapfen von Gallenflüssigkeit bei lebendigen Bären, wie ein Forscher-Team um Qiang Weng von der Universität für Forstwirtschaft in Peking am Mittwoch im Fachblatt «Nature» schrieb.

Mit einer Nadel ziehen die Mitarbeiter spezieller Bären-Farmen die Flüssigkeit aus der Galle der lebendigen Tiere. «Eine schmerzhafte und erschreckende Prozedur», heisst es in dem Artikel.

Die begehrte Substanz ist mittlerweile auch künstlich im Labor herstellbar - viele Reiche wollen dennoch das echte «flüssige Gold». Für einige Firmen sei das Motivation genug, die Tierquälerei zu unterstützen.

Bärenfarmen verbieten

Die Tierschutzorganisation Animal Asia Foundation kämpft den Forschern zufolge seit zehn Jahren gegen das Geschäft mit dem Gallensaft der Bären: «Jetzt bekommt sie starke öffentliche Rückendeckung.»

Das Team fordert in seinem Artikel, China müsse Ersatzprodukte stärker bewerben und die Bevölkerung besser aufklären. Ausserdem solle ein Tierschutzgesetz erlassen werden, das eventuell sogar die Bären-Farmen verbiete.

Auch in Vietnam gilt die Gallenflüssigkeit von Bären als Heilmittel. Dort gefährdet aktuell ein Bauprojekt ein Schutzprogramm für Bären, die von einer der sogenannten Galle-Farmen befreit wurden.

(sda)

Bärengalle – das «flüssige Gold»

Der Saft aus der Galle des Bären gilt in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als beliebtes Heilsmittel zur Behandlung von Augen- und Leberbeschwerden. 28 Arten von in China patentierten Medikamenten enthalten das «flüssige Gold». In der Bärengalle ist der Wirkstoff Ursodeoxycholsäure (UDCA) enthalten, die, synthetisch hergestellt, auch in der westlichen Medizin vor allem zur Auflösung von Gallensteinen und zur Behandlung von Lebererkrankungen eingesetzt wird.

Daneben wird Bärengalle auch in kosmetischen Produkten wie Shampoos, Gesichtscrmes, Halsbonbons oder Zahnpasta verwendet. Ein Kilogramm Bärengalle kostet 350 Euro, eine ganze Gallenblase gar 7500 Euro. (Quelle: Wikipedia)

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