Aktualisiert 18.03.2020 16:24

Samnaun/IschglDas grösste Corona-Krisengebiet der Alpen

In Ischgl steckten sich wohl Hunderte mit dem Coronavirus an. In Samnaun reagierte man trotz gemeinsamem Skigebiet nicht.

von
hua
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Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Keystone/Peter Schneider
Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Keystone/Laurent Gillieron
Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Keystone/Roland Weihrauch

Samnaun unter Quarantäne? Speziell in den Wintermonaten unvorstellbar. Nicht so jetzt, da überall auf der Welt das Coronavirus grassiert. Auf die Frage, ob das 800-Seelen-Dorf in der Region Unterengadin/Münstertal unter Quarantäne stehen müsste, antwortet die Kommunikationsstelle Coronavirus in Chur: «Nein.»

Und das, obwohl Samnaun zusammen mit Ischgl ein grosses Skigebiet besitzt, das die «grösste Wintersportarena der Ostalpen» genannt wird. Und da liegt das Problem, wie die Redaktion Tamedia berichtet (Bezahlschranke). Die Regionen Paznauntal mit den Touristenorten Ischgl und Galtür sowie St. Anton in Tirol und die Skiregion Heiligenblut in Kärnten stehen wegen einer erhöhten Zahl von Coronavirus-Fällen unter Quarantäne. Österreichische Touristen durften wie die Einheimischen die Orte nicht verlassen.

Kein einziger Fall in Samnaun

In Samnaun versetzte das letzte Woche niemanden in Unruhe. «Unser Gebiet wird noch eineinhalb Monate offen bleiben», wurde Bernhard Aeschbacher, Tourismusdirektor von Samnaun, im «Bündner Tagblatt» zitiert. Das wusste der Bundesrat am Freitagabend zu verhindern, ab Samstag 14. März wurde das Skigebiet geschlossen.

Von über 1000 infizierten Menschen im Skigebiet wird berichtet, in Samnaun scheint man sich dessen nicht bewusst zu sein. «Wir haben keinen einzigen Fall in Samnaun», so Gemeindepräsident Walter Zegg. Die Kommunikationsstelle Coronavirus des Kantons Graubünden spricht von insgesamt 77 Ansteckungen im Kanton, so die Redaktion Tamedia. Die Dunkelziffer wird wohl weit höher liegen. Und obwohl Ischgl mittlerweile hermetisch abgeriegelt ist, ist dieses Szenario in Samnaun kein Thema. (hua/sda)

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