Urzeit: Das grösste Massensterben der Geschichte
Aktualisiert

UrzeitDas grösste Massensterben der Geschichte

Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge galten bislang als Ursache für das grösste Massensterben der Erdgeschichte. Jetzt glauben Forscher, dass riesige Salzseen das grösste Massensterben der Erdgeschichte ausgelöst haben.

In den Salzseen lebten Mikroben, die grosse Mengen Halogenkohlenwasserstoffe ausschieden. Diese schädigten wiederum die Vegetation und die Ozonschicht so stark, dass 90 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten ausstarben. Erst nachdem die Salzseen ausgetrocknet waren, konnte sich die Umwelt wieder erholen. Die Mikroben aus der Urzeit sind auch heute noch in Salzseen wie dem Toten Meer aktiv. Da sich infolge des Klimawandels verstärkt neue Salzseen bilden, sei nicht auszuschliessen, dass sich das Szenario auf lange Sicht wiederholen könnte, berichten die Forscher.

In der Übergangszeit zwischen Perm und Trias existierten auf der Erde riesige Salzseen, in der Gegend des heutigen Europas beispielsweise das Zechsteinmeer, das mit 600'000 Quadratkilometern fast so gross wie das heutige Frankreich war. Nach Berechnungen der Wissenschaftler produzierten allein die Mikroben des Zechsteinmeeres jährlich mindesten 3,75 Millionen Tonnen Halogenkohlenwasserstoffe, ein Vielfaches der Menge, die weltweit durch die Industrie produziert wird – für die Forscher ein beunruhigendes Szenario, wenn man bedenke, dass ausbleibende Niederschläge infolge des Klimawandels bereits seit einigen Jahren die Wüstenbildung und die Neubildung von Salzseen begünstigen.

Über das Massensterben sagt Studienleiter Ludwig Weissflog: «Ob die Halogenkohlenwasserstoffe aus den Salzseen dafür allein verantwortlich waren oder ob es eine Kombination verschiedener Faktoren war und Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge oder Methanhydrate ebenfalls eine Rolle spielten, bleibt offen. Aber wir wollten einen Fingerzeig geben und darauf hinweisen, wie solche still und heimlich ablaufenden Prozesse zu enormen Schädigungen führen können.

Die Vorgänge zu stoppen, indem man die Bakterien etwa durch Chemikalien abtötet, sei nicht möglich. «Wir können das nur aufhalten, indem wir unser Verhalten ändern», erklärt Weissflog.

Mascha Schacht / wissenschaft.de

Das Forschungsergebnis von Ludwig Weissflog und Team vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig wurde publiziert im Fachmagazin "Proceedings of the Russian Academy of Sciences" (Bd. 424, Nr. 6; doi: 10.1134/S1028334X09020263).

Das Forschungsergebnis von Ludwig Weissflog und Team vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig wurde publiziert im Fachmagazin "Proceedings of the Russian Academy of Sciences" (Bd. 424, Nr. 6; doi: 10.1134/S1028334X09020263).

Das Forschungsergebnis von Ludwig Weissflog und Team vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig wurde publiziert im Fachmagazin "Proceedings of the Russian Academy of Sciences" (Bd. 424, Nr. 6; doi: 10.1134/S1028334X09020263).

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