Lyss BE: Das grosse Abrüsten
Aktualisiert

Lyss BEDas grosse Abrüsten

In Privathaushalten lagern zehntausende Bajonette. Was man anstellen kann, damit sie nicht mehr unter das Waffengesetz fallen, ist an der Armeeliquidation in Lyss zu sehen.

von
Patrick Marbach
Bajonette werden zu Alltagsgegenständen.

Bajonette werden zu Alltagsgegenständen.

«Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spiesse zu Sicheln machen» – diese biblische Friedensprophezeiung erfüllt sich am Freitag in Lyss. Zwei Schmiedemeister fertigen im 800 Grad heissen Feuer aus Stichwaffen friedliche Alltagsgegenstände. Aus Armeebajonetten entstehen Feuerkörbe, Grillwerkzeuge oder Garten-Stechgabeln. Sie werden zu Preisen zwischen 30 und 500 Franken verkauft. Anlass ist die Grossliquidation von Armeebeständen, zu der über 25 000 Besucher erwartet werden.

«Die Idee ist aus der Not geboren», erklärt Liquidator Fritz Dick. Denn seit das Gesetz revidiert wurde, gelten Bajonette als gefährliche Waffen. «Weil der Amtsschimmel derart wieherte, durfte ich sie plötzlich nicht mehr frei verkaufen», sagt Dick. Auch in Privathaushalten lagern noch über 170 000 Bajonette mit den dazugehörigen Sturmgewehren '57. «Allerdings sind diese Klingen stumpf, sie wären nur im Ernstfall geschliffen worden», erklärt Armeesprecher Christoph Brunner. Wer private Waffen entsorgen will, kann sie der Polizei abgeben.

Deine Meinung