Das grosse Schlachten beginnt heute

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Das grosse Schlachten beginnt heute

Ab heute färbt sich das Packeis im St-Lorenz-Golf wieder rot. Denn in Kanada beginnt die alljährliche Robbenjagd. 275'000 Tiere werden getötet werden.

Bevor das grosse Schlachten im Norden Kanadas seinen Lauf nimmt, haben Tierschützer ihren Protest gegen die umstrittene Tötung der Tiere bekräftigt. Die kanadische Regierung erliess laut stern.de derweil neue Auflagen für die lizenzierten Jäger. Sie wurden angewiesen, betäubten Robben die Schlagadern unter den Schwimmflossen zu durchtrennen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Tiere wirklich tot sind, wenn ihnen das Fell abgezogen wird.

Tierschützer reagierten darauf empört. Es bedeute lediglich, dass Verbluten nun zum Bestandteil des grausamen Tötungsprozesses geworden sei. Sie zeigen sich schockiert darüber, dass ein Land, das weltweit als modern und aufgeschlossen gelte, solch «archaisches Abschlachten» weiterhin gestatte.

Mehr tote Robben als letzte Saison

Insgesamt sind 275'000 Tiere in der diesjährigen Saison zum Fang freigegeben, 5000 mehr als im vergangenen Jahr, aber 60'000 weniger als vor zwei Jahren. Die kanadische Regierung begründet die Fangerlaubnis mit einem Rückgang des Kabeljaubestands infolge einer zu grossen Robbenpopulation. Tierschützer beklagen indes, dass vor allem junge Robben grausam zu Tode geprügelt werden, um Einschusslöcher im Fell zu vermeiden.

Die Europäische Union erwägt nun ein Embargo gegen alle Robbenprodukte, wie es in Belgien und den Niederlanden und auch in den USA bereits besteht. Die Kommission werde dazu in den nächsten Monaten «ein Papier» vorlegen. Ob an einen Importstopp für Robbenfelle oder andere Handelssanktionen gedacht wird, wurde nicht bekannt gegeben.

Der britische EU-Abgeordnete Neil Parish sprach sich für einen Einfuhrstopp für Robbenfelle aus. «Das Abschlachten von Robben in Kanada, darunter auch wenige Wochen alte Tiere, ist barbarisch, und die EU sollte es nicht in Kauf nehmen», sagte Parish, der den zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments leitet.

Die Einfuhr der besonders begehrten weissen Felle von Baby-Robben ist in der EU schon seit 1983 verboten. Die ganz kleinen Robben dürfen in Kanada ohnehin längst nicht mehr gejagt werden. Sie sind erst dann zum Abschuss freigegeben, wenn ihr Fell sich grau färbt. Einzelne Staaten wie die Niederlande und Belgien haben schon heute alle Robbenprodukte von ihren Märkten verbannt. Allerdings werden Robben auch im EU-Mitgliedstaat Finnland gejagt. Die weltweit wichtigsten Abnehmerländer für Robbenprodukte sind Norwegen, Russland und China.

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