Benaglios Auskick: «Das habe ich in fünf Jahren noch nie erlebt!»
Aktualisiert

Benaglios Auskick«Das habe ich in fünf Jahren noch nie erlebt!»

Nati-Goalie Diego Benaglio freut sich auf dem Knüller morgen gegen den Deutschen Meister Dortmund und wünscht sich, dass es zu Beginn nicht wieder ein «Geisterspiel» gibt.

«Diese ‹Englische Woche› zu analysieren, ist nicht einfach. Klar, auf der einen Seite sind zwei von neun Punkten und ein Torverhältnis von 2:4 natürlich zu wenig. Andrerseits stehen da aber auch die von uns gezeigten Leistungen. Es heisst zwar, die Tabelle lügt nicht, und dafür zählen nun mal nur Punkte und Tore. In unserer Situation zählt für mich jedoch noch anderes. Nämlich die Art und Weise. Da ist zum Beispiel die kompakte Leistung im ersten Spiel gegen Bremen, die zweite Halbzeit in Gladbach, in der wir noch genügend Chancen hatten, Punkte mit nach Hause zu nehmen, und vor allem die letzten 60 Minuten in der letzten Begegnung gegen Hamburg. Trotz 21 Torschüssen hat es uns da nur zu einem 1:1 gereicht. Für mich ist wichtig, dass ich eine stete Weiterentwicklung in unserem Spiel erkennen kann. Nicht nur dass wir uns in jeder Partie mehr Chancen erarbeiten, es ist auch positiv, dass wir dem Gegner immer weniger Abschlussmöglichkeiten zulassen.

Doch eines ist mir definitiv klar geworden: Ohne die Fans mit ihren Gesängen und Anfeuerungen macht es keinen Spass! Es ist verwirrend, wenn ich im Spiel die Anweisungen des gegnerischen Torhüters höre, weil es im Stadion so still ist. Das gab es in den bald fünf Jahren, die ich bereits in der Bundesliga spiele, noch nie! Die Fans aller Bundesligavereine wollten damit gegen neue Regeln protestieren. Und so war es in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden in allen Stadien beängstigend still. Es ist nicht so wichtig, ob die Zuschauer für oder gegen einen sind. Hauptsache, das Stadion bebt. Ich hoffe, dass wir morgen zu Beginn nicht nochmals ein ‹Geisterspiel› erleben. Weil wir in einer der tollsten Arenen auftreten, in denen ich je gespielt habe – im Signal Iduna Park, dem früheren Westfalenstadion. Dort wartet der Deutsche Meister Borussia Dortmund auf uns, der bisher auch in der laufenden Champions League überaus überzeugend aufgetreten ist. Eine Mannschaft, die sehr grosse Qualität hat. Also der ideale Gegner für uns, um zu beweisen, dass wir nicht auf diesen Rang 15 gehören.»

Aufgezeichnet von Andy Huber

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