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Hass-Zitat«Das habe ich nie so gesagt»

Man habe ihre Hasstirade gegen Sarah Engels gefälscht, behauptet «DSDS»-Kandidatin Anna-Carina Woitschack. RTL weist den Vorwurf zurück.

von
Marlies Seifert

«Ich hasse Sarah Engels», schallte es in der ersten Mottoshow von «Deutschland sucht den Superstar» gleich mehrmals durch die Showhalle. Urheberin des Zitats: Mit-Kandidatin Anna-Carina Woitschack. Vor der RTL-Kamera versucht sie danach zu beschwichtigen: «Man hat ja gar nicht verstanden, ob ich gesagt habe, 'ich hasse' Sarah Engels oder 'ich heisse Sarah Engels'.» Inzwischen hat Anna-Carina eine neue Theorie und belastet damit RTL. Sie behauptet gegenüber Express.de, den Satz gar nie so ausgesprochen zu haben. «Ich habe nie gesagt, dass ich Sarah Engels hasse.» Ganz im Gegenteil: «Ich hasse Sarah nicht», das habe sie gesagt. «Das wurde alles ganz falsch zusammengeschnitten, weil es für die Sendung gut wirkt», so Anna-Carina.

«Anna-Carina hat das so gesagt»

Bei RTL lässt man den Vorwurf nicht gelten: «Wir haben nichts synchronisiert, weg- oder umgeschnitten. Anna-Carina hat das so gesagt, und sie kann sich die Originalbänder gerne anschauen, wenn sie sich selber nicht mehr so genau erinnern kann», so Redaktionsleiterin Anke Eickmeyer zu 20 Minuten Online. Man habe mit Anna-Carina über ihre falschen Anschuldigungen gesprochen. «Damit ist der Fall für uns vorerst einmal erledigt. Wir arbeiten ganz normal mit Anna-Carina weiter.»

Jedoch haben sich vor Anna-Carina auch schon andere Kandidaten darüber beschwert, falsch dargestellt worden zu sein. So war die rausgewählte Sarah Engels nicht glücklich darüber, als arrogante Zicke gezeigt worden zu sein, und Ardian Bujupi bekam – seiner Meinung nach ungerechterweise – den Macho-Stempel aufgedrückt, nachdem er eine Mitbewerberin als Schlampe bezeichnet hatte. Inszeniert sei das nicht, behauptet man bei RTL: «Die Kandidaten bringen ihre Persönlichkeit mit und verhalten sich dementsprechend. Wir zeigen nur, was hinter den Kulissen wirklich passiert.» Aber: «Natürlich ist es spannender, wenn Ardian polarisiert, als wenn er einfach der liebe, nette Ardian ist», räumt Eickmeyer ein. So etwa, wenn er wie in einem Einspieler der ersten Mottoshow sagt, dass er es «krank» findet, dass sich Männer schminken, nachdem Kandidat Norman Lange gerade eben erklärt hat, wie ausgiebig er sich der Gesichtspflege widmet.

RTL pocht auf die Eigenverantwortung der Kandidaten

Der Kontext sorgt eben meist erst für den nötigen Zündstoff – und welches Zitat wann verwendet wird, darauf haben die Kandidaten keinen Einfluss. «Sie sollten sich lieber vorher überlegen, was sie sagen, wenn sie nicht möchten, dass es ausgestrahlt wird», findet Eickmeyer deshalb. «Wir verbieten den Kandidaten nicht den Mund und geben auch nicht vor, was sie sagen sollen.» Man betreue die Finalisten so gut wie möglich: «Sie sind keine Medienprofis. Wir bereiten sie so gut wie möglich auf die Interviewsituationen vor», so Eickmeyer. Der Rest liegt in der Verantwortung der Promi-Novizen: «Es gibt immer wieder Momente, in denen man Kandidaten auch vor sich selber schützt, aber wir können sie in ihrer Persönlichkeit auch nicht beschneiden.»

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