Zukunftsvision: Das Handy stirbt aus – was folgt?

Publiziert

ZukunftsvisionDas Handy stirbt aus – was folgt?

In zehn Jahren werden wir laut Zukunftsforschern keine Handys mehr nutzen. Doch was kommt dann: Brillen? Linsen? Drei Szenarien.

von
tob
1 / 6
Hat Potenzial: die Hololens von Microsoft. Träger können dank Gestensteuerung mit virtuellen Objekten interagieren. Der Hersteller nennt das Prinzip Mixed-Reality. Mit der Brille können beliebig grosse Bildschirme in der Umgebung platziert werden. Videochat in 3-D? Kein Problem. Der Haken: In der Öffentlichkeit wird sich wohl kaum jemand diese futuristische Brille aufsetzen.

Hat Potenzial: die Hololens von Microsoft. Träger können dank Gestensteuerung mit virtuellen Objekten interagieren. Der Hersteller nennt das Prinzip Mixed-Reality. Mit der Brille können beliebig grosse Bildschirme in der Umgebung platziert werden. Videochat in 3-D? Kein Problem. Der Haken: In der Öffentlichkeit wird sich wohl kaum jemand diese futuristische Brille aufsetzen.

Keystone/Britta Pedersen
Auch Apple steigt in den Markt mit Augmented Reality (AR) ein. Der Analyst Gene Munster geht davon aus, dass der iPhone-Hersteller 2020 eine solche Brille auf den Markt bringen wird. Schon 2026 sollen die Verkäufe der AR-Brille diejenigen des iPhones übertreffen. (Symbolbild)

Auch Apple steigt in den Markt mit Augmented Reality (AR) ein. Der Analyst Gene Munster geht davon aus, dass der iPhone-Hersteller 2020 eine solche Brille auf den Markt bringen wird. Schon 2026 sollen die Verkäufe der AR-Brille diejenigen des iPhones übertreffen. (Symbolbild)

iStock
Unauffälliger als eine Brille sind Kontaklinsen. Google und Novartis haben Pläne, eine solche Linse für den Gesundheitssektor auf den Markt zu bringen.

Unauffälliger als eine Brille sind Kontaklinsen. Google und Novartis haben Pläne, eine solche Linse für den Gesundheitssektor auf den Markt zu bringen.

Google/REX

«In zehn Jahren gibt es keine Smartphones mehr», davon ist der Trend- und Zukunftsforscher Camille Zimmermann von Trendone Switzerland überzeugt. Die Technik werde immer kleiner und künftig immer näher an uns heranrücken, ja gar mit uns verschmelzen.

Doch wie werden wir 2027 miteinander digital kommunizieren? Ein mögliches Szenario: Augmented-Reality-Brillen. Mit der Hololens hat Microsoft heute schon einen funktionierenden Prototyp auf dem Markt. Der Vorteil gegenüber Cyberbrillen wie der HTC Vive: Mit der Hololens nehmen Träger ihre Umwelt nach wie vor wahr. Die Anzeige ist ins durchsichtige Visier integriert. Darauf können virtuelle Objekte projiziert werden.

Videoanrufe in 3-D

Der Fernseher in der Stube, Tablets oder auch Smartphones sind mit einem solchen Gerät überflüssig. Die Träger können beliebig virtuelle Bildschirme in ihrer Umgebung positionieren, aber auch dreidimensionale Objekte. Videoanrufe in 3-D? Kein Problem.

Einziger Haken: Bisher ist die Brille klobig, der Akku schwach und im Zug oder generell in der Öffentlichkeit würde wohl niemand die Hololens aufsetzen, da man damit zwar futuristisch, aber doch eher albern aussieht.

Brille statt iPhone

Auch Apple arbeitet an Augmented-Reality: Gerüchte, dass der iPhone-Hersteller an einer Brille arbeitet, kursieren schon seit Monaten. Mit dem ARKit gibt es seit Juni ein Tool für Entwickler, um entsprechende Inhalte zu schaffen. Vorerst laufen diese Apps auf iPhones. Künftig sollen sie aber für Brillen adaptiert werden, schreibt der Analyst Gene Munster in einem aktuellen Memo.

Laut Munster wird das iPhone den Zenith im Jahr 2019 erreicht haben. Er geht davon aus, dass Apple 2020 eine smarte Brille auf den Markt bringt. Diese soll rund 1300 Dollar kosten. Laut Munster wird die AR-Brille die Verkäufe des iPhones 2026 übertreffen.

Kleiner, leichter, unsichtbarer

Google und Novartis arbeiten seit 2014 an smarten Kontaktlinsen, die automatisch fokussieren und den Blutzuckerwert messen. Novartis beschrieb das Projekt 2016 als hochkomplex. Die ersten klinischen Tests wurden darum bis auf weiteres verschoben. Noch einen Schritt weiter möchte Samsung gehen. Der südkoreanische Hersteller hält ein Patent für smarte Kontaktlinsen. Träger sollen das Display direkt vor Augen haben und Fotos schiessen können. Verbunden wird die Linse aber nach wie vor mit dem Handy.

Im Gegensatz zu Brillen wären smarte Kontaktlinsen dezenter und somit auch geeignet, diese in der Öffentlichkeit zu tragen. Bis ein solches Produkt marktreif ist, dürften aber noch Jahre vergehen. Technische Herausforderungen sind dabei unter anderem die Versorgung mit Strom und die Miniaturisierung benötigter Komponente.

Kommunikation via Gedanken

Aus heutiger Sicht mag nachfolgendes Projekt von Elon Musk wie Science-Fiction klingen. Mit der neuen Firma Neuralink plant der Tesla-Gründer unsere Gehirne mit Maschinen zu verbinden. Wie das im Detail aussehen soll, ist noch völlig offen. Die Technologie soll jedoch nicht invasiv sein, sprich: Niemand müsste sich unter das Messer legen, um ein solches Gerät zu nutzen. Sicher ist, dass eine solche Technologie neu definieren wird, wer wir sind.

Allerdings gilt es hier noch zahlreiche Hürden zu meistern, bevor das vollständige Gehirn, sprich jede einzelne Nervenzelle, erfasst und digitalisiert werden könnte. Der Journalist Tim Urban hält in einem Essay fest, dass dies bei gleichbleibendem Tempo der Entwicklung im Jahr 2225 der Fall wäre.

Deine Meinung