Mobilfunk: «Das Handy strahlt stärker als die Antenne»
Aktualisiert

Mobilfunk«Das Handy strahlt stärker als die Antenne»

Eine Petition fordert antennenfreie Wohngebiete. Experten halten die Strahlung aber für ungefährlich.

von
R. Knecht
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Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation an der ETH hält die Strahlung von Mobilfunk-Antennen nicht für problematisch.

Gregor Dürrenberger von der Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation an der ETH hält die Strahlung von Mobilfunk-Antennen nicht für problematisch.

Gregor Dürrenberger
Kurz vor der Lancierung von 5G-Antennen will eine Interessengemeinschaft (IG) aus Hadlikon in Sachen elektromagnetischer Strahlung die Notbremse ziehen.

Kurz vor der Lancierung von 5G-Antennen will eine Interessengemeinschaft (IG) aus Hadlikon in Sachen elektromagnetischer Strahlung die Notbremse ziehen.

AP/Frank Augstein
Die IG um Initiantin Kathrin Luginbühl fordert, dass es in ausgewählten Schweizer Wohngebieten keine Mobilfunk-Antennen mehr geben soll.

Die IG um Initiantin Kathrin Luginbühl fordert, dass es in ausgewählten Schweizer Wohngebieten keine Mobilfunk-Antennen mehr geben soll.

Kathrin Luginbühl

Die selbsternannte Interessengemeinschaft Hadlikon zum Schutz der Bevölkerung (IG) verlangt, dass gesetzlich vorgeschriebene antennenfreie Zonen eingeführt werden. So soll die Wohnbevölkerung in diesen Zonen vor Mobilfunkstrahlung geschützt werden. Wie schädlich sind die Telecommasten wirklich? 20 Minuten hat mit Gregor Dürrenberger, Leiter der Forschungsstiftung Strom und Mobilkommunikation an der ETH, gesprochen.

Herr Dürrenberger, die IG schreibt, die bestehende Belastung sei schädlich. Können Sie das bestätigen?

Betreffend der Strahlung von Basisstationen liegen keine wissenschaftlichen Belege für eine gesundheitliche Schädigung vor. Wäre mit Funkstrahlung ein Risiko verbunden, würde das unter Experten eher im Zusammenhang mit dem Handy gesehen.

Warum ist das Handy eher eine Risikoquelle?

Obwohl die Antenne des Handys mit weniger Leistung betrieben wird als die einer Basisstation, ist die Einstrahlung während des Telefonierens – wenn man das Gerät am Kopf hält – deutlich grösser, weil die Antenne nahe am Körper liegt.

Gibt es unabhängige Studien, die bestätigen, dass es die sogenannte Elektrosensibilität überhaupt gibt?

Es gibt recht viele Studien dazu. Die Symptome, die die Menschen nennen, sind real. Das ist unbestritten. Allerdings ist unklar, welches die Ursachen dafür sind. Aufgrund der verfügbaren Arbeiten ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Strahlung die physikalische Ursache ist. Einiges weist darauf hin, dass die Überzeugung der Menschen, die Strahlung sei schädlich, eine wichtige Rolle spielt.

Die IG fordert zudem gesundheitlich besser verträgliche Technologien. Was für Alternativen gibt es in Sachen Mobilfunktechnologie?

Wenn man drahtlos kommunizieren will, gibt es keine Alternative zur Funktechnologie. Die technische Entwicklung geht hin zu höheren Frequenzen und kleineren Funknetzen. Diese Tendenz hat mit der rapiden Zunahme des Datenverkehrs zu tun. Um die Kapazitäten dafür bereitstellen zu können, werden die Frequenzen erhöht und die Funknetze verdichtet.

Also gibt es immer mehr Strahlung?

Insgesamt hat im letzten Jahrzehnt die Strahlenbelastung in der Schweiz durch Antennenanlagen kaum oder nur wenig zugenommen.

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