Steven Zuber: «Das hat an unserem Ego gekratzt»
Publiziert

Steven Zuber«Das hat an unserem Ego gekratzt»

Mit dem Remis gegen Spanien hält sich die Schweiz die Chance offen, dem Abstieg in der Nations League zu entgehen.

von
Eva Tedesco

Das sagt der 32-fache Internationale Steve Zuber über das Entscheidungsspiel am Dienstag gegen die Ukraine.

Video: 20 Minuten  

Darum gehts

  • Die Nationalmannschaft kämpft in der Nations League gegen den Abstieg.

  • Mit dem Punktgewinn am Samstag gegen Spanien kann sie den Verbleib in der Elite-Klasse aus eigener Kraft schaffen.

  • Steven Zuber spricht über die Resultatkrise seit der Hinspiel-Niederlage in der Ukraine und einem angekratzten Ego.

«Ziel Nummer 1 haben wir abgehakt», sagte Granit Xhaka nach dem 1:1 gegen Spanien. Nummer 2 steht am Dienstag gegen die Ukraine an. Mindestens vier Punkte braucht die Schweiz aus diesen letzten Spielen in der Nations League, um in der Elite-Klasse zu verbleiben. Nach dem Punktgewinn gegen die Spanier reicht ein 1:0 oder ein 2:1 in Luzern. Wichtig ist Vladimir Petkovic, dass man sich die Chance erarbeitete, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. «Wir haben Erfahrung mit Entscheidungsspielen», sagt er.

In der WM-Qualifikation musste die Nati 2017 das Ticket nach dem verpassten Gruppensieg in Portugal (0:2) über die Barrage lösen und tat dies gegen Nordirland (1:0, 0:0). In der EM-Quali 2016 hatte die Nati Platz 2 hinter England vor dem zweitletzten Spieltag gegen San Marino selber in der Hand und gewann 7:0. Mit null Kredit ging die Nati 2018 ins letzte Nations-League-Spiel gegen Belgien und gewann gegen den Trend 5:2.

In der Ukraine begann die Resultatkrise

«Es war kein einfaches Spiel am Samstag in Basel», sagt Steven Zuber am Tag nach dem 1:1 gegen Spanien. Nicht nur, weil vor dem Spiel sehr viel über die ausbleibenden Resultate geschrieben wurde, sondern vielmehr, weil man den eigenen Ansprüchen hinterhergehinkt sei. «Das hatten wir uns nicht so vorgestellt und es war auch nicht das, was wir uns gewohnt sind», so der Frankfurt-Flügel. «Das hat schon an unserem Ego gekratzt.» Die Resultatkrise hängt der Nati seit dem Startspiel in der Ukraine nach.

Schweiz definitiv nur in Topf 2

Es hatte sich abgezeichnet, seit Sonntag ist es fix: Weil die Niederlande Bosnien-Herzegowina 3:1 schlugen, sind sie in der Fifa-Weltrangliste nicht mehr aus den besten zehn Nationen Europas zu verdrängen. Das bedeutet für die Schweiz, dass sie am 7. Dezember, wenn die zehn Gruppen für die WM-Quali ausgelost werden, im Topf 2 sein wird und auf einen Hochkaräter trifft. Für die Endrunde 2022 in Katar qualifizieren sich nur die Ersten direkt. Nati-Trainer Vladimir Petkovic sagte zur Ausgangslage: «Leider haben wir nun die Gewissheit, dass wir in Topf 2 sein werden. Aber das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Einige Mannschaften aus der Gruppe 2 sind mit jenen aus der Gruppe 1 auf Augenhöhe.» Man müsse bei der Auslosung auch Glück haben. Und dann fügte der Nati-Coach noch an: «Viele Mannschaften in Topf 1 werden den Wunsch haben, uns nicht in ihrer Gruppe zu haben.» (kai/ete)

Im September verlor die Schweiz den Auftakt in die Nations League auswärts 1:2. «Das war wieder einmal ein erstes Spiel», sagt Zuber. «Es war schwierig nach der langen Zeit ohne Nationalmannschaftsrhythmus, aber am Dienstag wollen wir es besser machen.» In Luzern kehrt zwar Fabian Schär nach seiner Sperre ins Team zurück, die Nati muss aber auf Nico Elvedi verzichten. Der Gladbach-Verteidiger sah gegen die Spanier Gelb-Rot und ist im letzten Spiel gesperrt.

Das Coronavirus macht die Aufstellung

Die Ukraine muss gleich auf vier Spieler verzichten. Andrej Jarmolenko, Viktor Zygankow, Viktor Kowalenko und Sergej Sidortschuk wurden am Freitag positiv auf Covid-19 getestet. Deshalb stand das Spiel gegen Deutschland (1:3) am Samstag lange auf der Kippe, fand aber doch statt, nachdem die lokalen Behörden grünes Licht gaben. Das infizierte Quartett wurde mit einem Flugzeug, das man aus Kiew beorderte, in die Heimat in die Isolation geflogen. Sorgen machen sich die Schweizer wegen den Corona-Fällen beim Gegner nicht mehr als sonst.

«Auch wir hatten unsere Fälle in der Mannschaft, obwohl wir uns an die Richtlinien der Experten halten. Wir achten auf uns, aber eine Ansteckung kann immer passieren», sagt Steven Zuber. Der letzte Covid-19-Fall in der Nati betraf Silvan Widmer am Spieltag gegen Spanien, was die Nati kurzfristig wenige Stunden vor Kickoff zu einem Schnelltest zwang. Der nächste obligatorische Pre-Match-Test stand am Montag für die Teams an.

Deine Meinung

1 Kommentar