Nationale Impfwoche – Das hat der Bundesrat entschieden
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Nationale ImpfwocheDas hat der Bundesrat entschieden

Impfoffensive, aber ohne 50-Franken-Gutscheine für «Impffluencer»: Diesen Plan hat der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet.

von
Pascal Michel
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Gesundheitsminister Alain Berset konnte sich mit seiner Gutschein-Idee nicht durchsetzen.

Gesundheitsminister Alain Berset konnte sich mit seiner Gutschein-Idee nicht durchsetzen.

20min/Simon Glauser
Diese Eckwerte enthält die Impfoffensive des Bundes.

Diese Eckwerte enthält die Impfoffensive des Bundes.

Bundesrat
Eine nationale Impfwoche vom 8. bis 14. November soll die Unentschlossenen von der Impfung überzeugen.

Eine nationale Impfwoche vom 8. bis 14. November soll die Unentschlossenen von der Impfung überzeugen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Die Impfquote in der Schweiz ist im internationalen Vergleich tief.

  • Deshalb lanciert der Bundesrat nun eine Impfoffensive.

  • Diese soll längerfristig den Ausstieg aus den Massnahmen ermöglichen.

Die Impfquote in der Schweiz liegt derzeit bei 71,2 Prozent. Das genügt dem Bundesrat nicht. Deshalb will er mit einer Impfoffensive diesen Wert steigern. An seiner Sitzung am Mittwoch in Luzern hat er die Eckwerte dieser Offensive nun verabschiedet.

Nationale Impfwoche

Eine nationale Impfwoche vom 8. bis 14. November soll die Unentschlossenen von der Impfung überzeugen. Dies, indem «in mehreren Sprachen verlässliche Fakten zur Impfung auf verständliche Art und Weise vermittelt werden, etwa zur Wirksamkeit, zur Sicherheit, zu den Nebenwirkungen der Impfstoffe, zu den gesundheitlichen Risiken einer Infektion oder zu den Impfmöglichkeiten». Einerseits wird die Woche von einer nationalen Medienkampagne begleitet. Andererseits seien die Gemeinden und andere Partner aufgerufen, Informationsveranstaltungen oder lokale Anlässe zur Information der Bevölkerung zu organisieren.

Der Bundesrat wendet sich in einem Brief auch direkt an die Bevölkerung. Die Gesamtkosten der Impfwoche belaufen sich auf maximal 15,2 Millionen Franken.

Brief von Alain Berset

Ebenfalls einen Effort leisten will der Bundesrat bei den mobilen Impfmöglichkeiten. «Die Zahl der mobilen Beratungs- und Impfstellen liegt derzeit bei 50 und kann mit der Unterstützung des Bundes deutlich erhöht werden. Dieser übernimmt bis zu 220’000 Franken pro zusätzlicher mobiler Beratungs- und
Impfstelle, insgesamt aber maximal 38 Millionen Franken», schreibt die Regierung.

Direktes Gespräch

Statt 50-Franken-Gutscheine für Personen, die Unentschlossene von der Impfung überzeugt haben, setzt der Bund hier auf eine individuelle Beratung. Die Prämien für «Impffluencer» waren in der Konsultation von den Kantonen kritisiert worden. Stattdessen will der Bundesrat nun «die Beratung mittels Gruppengesprächen, persönlichen oder telefonischen Kontakten oder über die individuelle Chat-Funktion in den sozialen Medien» stärken.

«Die Beratungspersonen erfahren nicht und fragen nicht, ob eine Person, die sie ansprechen, geimpft ist oder nicht. Weder Bund noch Kantone sind in Besitz solcher Daten», so der Bundesrat. Die Beratungspersonen gingen auf die Informationsbedürfnisse der Bevölkerung ein und unterstützten die Menschen beispielsweise dabei, ein Impfzentrum zu finden, eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren oder eine Übersetzerin oder einen Übersetzer hinzuzuziehen. Die Beraterinnen und Berater können die Kantone entweder selbst rekrutieren oder Institutionen wie die Spitex beauftragen. Dies lässt sich der Bund 43 Millionen kosten.

Insgesamt kostet die Impfoffensive maximal 96,2 Millionen Franken.

Tiefe Impfquote

«Die Impfung bleibt jedoch das beste Mittel für den Ausstieg aus der Covid-19-Pandemie. Nur mit einer
deutlich höheren Impfrate kann die Bevölkerung ausreichend immunisiert und vor schweren Erkrankungen geschützt sowie eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindert werden», begründet der Bundesrat seine Offensive in einer Mitteilung. Der Bundesrat warnt auch davor, dass ohne eine hohe Impfquote mit den sinkenden Temperaturen sich die Pandemie wieder beschleunigen könne. Nach dem heutigen Kenntnisstand solle deshalb die Impfrate – ohne Einrechnung der bereits genesenen Personen – bei den über 65-Jährigen bei circa 93 Prozent und bei den 18- bis 65- Jährigen bei 80 Prozent liegen, damit die geltenden Massnahmen aufgehoben werden könnten.

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